Tagesgeld- und Festgeldzinsen berechnen: So viel bringt Ihr Erspartes

Redaktion
5 Min. Lesezeit
2026-09-24
Tagesgeld- und Festgeldzinsen berechnen: So viel bringt Ihr Erspartes

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Was bringt mein Erspartes wirklich?

Tagesgeld und Festgeld sind die klassischen sicheren Geldanlagen. Die Banken werben mit einem Zinssatz pro Jahr, doch das Geld liegt oft nur einige Wochen oder Monate auf dem Konto. Wie viel Zinsen dann tatsächlich gutgeschrieben werden, lässt sich mit der einfachen Zinsformel berechnen. Dieser Beitrag zeigt, worauf Sie achten sollten. Jede Rechnung können Sie im Zinsrechner nachvollziehen.

Tagesgeld: täglich verfügbar, variabler Zins

Beim Tagesgeld können Sie jederzeit über Ihr Geld verfügen, der Zinssatz kann sich aber jederzeit ändern. Die Zinsen werden taggenau berechnet und meist monatlich, vierteljährlich oder jährlich gutgeschrieben. Die Formel lautet:

Zinsen = Guthaben · Zinssatz · Tage / (100 · Tage pro Jahr)

Beispiel: 15.000 € liegen 45 Tage zu 2,0 % auf dem Tagesgeldkonto. Nach act/365 ergeben sich 15.000 · 2 · 45 / 36.500 = 36,99 €. Rechnet die Bank nach act/360, sind es 15.000 · 2 · 45 / 36.000 = 37,50 €. Welche Methode Ihre Bank verwendet, steht in den Vertragsbedingungen. Die Unterschiede erklärt der Beitrag Zinsmethoden im Vergleich.

Monatliche Gutschrift: ein kleiner Zinseszins

Werden die Zinsen monatlich gutgeschrieben und bleiben auf dem Konto, werden sie im Folgemonat mitverzinst. Innerhalb eines Jahres entsteht so ein kleiner Zinseszinseffekt. Beispiel: 10.000 € zu 2,4 % bringen pro Monat 10.000 · 2,4 / (100 · 12) = 20 € Zinsen. Mit einfacher Zinsrechnung wären es nach einem Jahr 240 €. Mit monatlicher Gutschrift sind es 10.000 · (1,002^12 − 1) = 242,66 €, also 2,66 € mehr.

Der Unterschied ist bei üblichen Tagesgeldzinsen gering. Über viele Jahre wird er größer; dafür eignet sich der Zinseszinsrechner.

Festgeld: fester Zins, feste Laufzeit

Beim Festgeld legen Sie einen Betrag für eine feste Laufzeit an, etwa drei, sechs oder zwölf Monate. Der Zinssatz steht für die gesamte Laufzeit fest. Die Zinsen werden in der Regel am Ende der Laufzeit oder jährlich ausgezahlt.

Beispiel: 20.000 € Festgeld zu 2,5 % für 6 Monate ergeben 20.000 · 2,5 · 0,5 / 100 = 250 €. Wichtig: Der angegebene Zins gilt pro Jahr. Für ein halbes Jahr bekommen Sie also nur die Hälfte, nicht 2,5 % des Betrags.

Was ist der tatsächliche Zins eines Angebots?

Manche Angebote nennen einen Zinsbetrag statt eines Zinssatzes. Dann lohnt es sich, den Jahreszins zurückzurechnen: Bringen 5.000 € in 3 Monaten 30 € Zinsen, entspricht das p = 30 · 100 / (5.000 · 0,25) = 2,4 % p. a. Im Zinsrechner wählen Sie dafür „Zinssatz“ als gesuchte Größe.

Steuern auf Zinsen

Zinsen sind Kapitalerträge. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung) bleiben sie steuerfrei, sofern Sie Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilt haben. Darüber fallen 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf an, zusammen 26,375 %, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer.

Beispiel: Bei 1.500 € Zinsen im Jahr und einem vollen Pauschbetrag von 1.000 € sind 500 € steuerpflichtig. Die Steuer beträgt 500 · 26,375 % = 131,88 € ohne Kirchensteuer.

Zinsen und Inflation

Ein Zins von 2 % ist nur dann ein echter Gewinn, wenn die Inflation niedriger liegt. Liegt die Teuerung bei 2 %, bleibt die Kaufkraft Ihres Geldes ungefähr gleich. Wie sich Inflation auf Ihr Erspartes auswirkt, zeigt der Inflationsrechner.

Fazit

Tagesgeld- und Festgeldzinsen folgen der einfachen Zinsformel. Achten Sie auf drei Punkte: Der Zinssatz gilt pro Jahr, die Zinsmethode entscheidet über die Zinstage, und bei monatlicher Gutschrift entsteht ein kleiner Zinseszins. Mehr zur Zinsformel lesen Sie im Ratgeber Zinsrechnung einfach erklärt.

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