Der Netto-Vorteil gilt nicht für die Rente
Beim Nettogehalt arbeitet der Steuertarif in Teilzeit für Sie: Das Netto sinkt weniger stark als die Stunden. Bei der gesetzlichen Rente gibt es diesen Ausgleich nicht. Hier zählt allein das Bruttogehalt, und das sinkt eins zu eins mit der Arbeitszeit. Dieser Beitrag rechnet vor, was ein Teilzeitjahr kostet, und zeigt, welche Zeiten die Lücke verkleinern.
So entsteht Ihre Rente
Für jedes Jahr, in dem Sie Beiträge zahlen, bekommen Sie Entgeltpunkte. Verdienen Sie genau das Durchschnittsentgelt aller Versicherten, gibt es einen Punkt. Das vorläufige Durchschnittsentgelt für 2026 liegt bei 51.944 €. Jeder Punkt ist in der Rente so viel wert wie der aktuelle Rentenwert, seit dem 1. Juli 2026 sind das 42,52 € im Monat.
Beispielrechnung
Mit 4.000 € brutto im Monat, also 48.000 € im Jahr, sammeln Sie 48.000 ÷ 51.944 = rund 0,92 Entgeltpunkte. Das entspricht nach heutigem Wert etwa 39,29 € Monatsrente für dieses eine Jahr.
Reduzieren Sie auf 30 Stunden, verdienen Sie 36.000 € im Jahr. Das ergibt rund 0,69 Punkte oder etwa 29,47 € Monatsrente. Jedes Teilzeitjahr kostet Sie also knapp 10 € Monatsrente. Nach zehn Jahren fehlen rund 98 € im Monat, lebenslang. Bei 20 Stunden wäre die Lücke doppelt so groß.
Die Rechnung ist vereinfacht, weil sich Durchschnittsentgelt und Rentenwert jedes Jahr ändern. Das Verhältnis bleibt aber gleich: 75 % Gehalt bedeutet 75 % der Punkte.
Was die Lücke verkleinert
Kindererziehungszeiten: Für ab 1992 geborene Kinder werden Ihnen drei Jahre Kindererziehungszeit gutgeschrieben (für ältere Kinder zweieinhalb Jahre), jeweils mit rund einem Entgeltpunkt pro Jahr. Diese Punkte kommen zusätzlich zu Ihren eigenen Beiträgen hinzu, auch wenn Sie in dieser Zeit in Teilzeit arbeiten, bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
Berücksichtigungszeiten: Bis zum zehnten Geburtstag eines Kindes können Teilzeitbeiträge unter bestimmten Voraussetzungen aufgewertet werden, wenn Sie insgesamt 25 Jahre rentenrechtliche Zeiten haben.
Pflege: Wer Angehörige ab Pflegegrad 2 mindestens zehn Stunden an zwei Tagen pro Woche pflegt und nicht mehr als 30 Stunden arbeitet, bekommt Rentenbeiträge von der Pflegekasse.
Übergangsbereich: Liegt Ihr Teilzeitgehalt zwischen 603,01 € und 2.000 €, zahlen Sie reduzierte Beiträge, die Rentenpunkte werden aber aus dem vollen Gehalt berechnet. Das rechnet der Midijob-Rechner genau vor.
Befristet reduzieren begrenzt die Lücke
Entscheidend ist vor allem, wie lange Sie in Teilzeit bleiben. Zwei oder drei Jahre fallen über ein ganzes Erwerbsleben kaum ins Gewicht, zwanzig Jahre dagegen sehr. Wer die Teilzeit nur für eine bestimmte Lebensphase braucht, etwa für kleine Kinder oder eine Weiterbildung, kann sie mit der Brückenteilzeit von vornherein befristen und kehrt danach automatisch zur alten Stundenzahl zurück. Wie das funktioniert, lesen Sie im Beitrag Recht auf Teilzeit und Brückenteilzeit.
Selbst vorsorgen
Den Netto-Vorteil der Teilzeit können Sie gezielt nutzen. Im Beispiel verlieren Sie brutto 1.000 €, netto aber nur rund 558 €. Ein Teil der Differenz zwischen den beiden Quoten lässt sich für die Altersvorsorge zurücklegen, etwa über die betriebliche Altersvorsorge, freiwillige Zusatzbeiträge oder einen Sparplan. Schon 50 bis 100 € im Monat gleichen über zehn Jahre einen großen Teil der Lücke aus.
Ihre eigene Zahl
Wie viel Netto Ihnen in Teilzeit bleibt, zeigt der Teilzeitrechner. Was Ihre gesetzliche Rente netto bringt, berechnet der Rentenrechner. Ihre persönlichen Entgeltpunkte finden Sie in der jährlichen Renteninformation. Alle Werte sind Schätzungen, verbindlich ist nur die Auskunft der Rentenversicherung.
