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Finanzielle Freiheit berechnen: Wie viel Kapital brauchen Sie für FIRE?

Redaktion
6 Min. Lesezeit
2026-09-24
Finanzielle Freiheit berechnen: Wie viel Kapital brauchen Sie für FIRE?

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Was hinter FIRE steckt

FIRE steht für „Financial Independence, Retire Early“, auf Deutsch etwa: finanziell unabhängig werden und früher aufhören zu arbeiten. Die Idee ist einfach: Wer genug Vermögen aufgebaut hat, um seine Ausgaben dauerhaft aus den Erträgen und Entnahmen zu decken, ist nicht mehr auf ein Gehalt angewiesen. Ob Sie tatsächlich früher aufhören oder einfach die Freiheit genießen, es zu können, ist zweitrangig. Die zentrale Frage lautet: Wie viel Kapital brauche ich dafür?

Schritt 1: Ihre Ausgaben kennen

Die FIRE-Zahl beginnt nicht beim Vermögen, sondern bei den Ausgaben. Entscheidend ist, was Sie im Monat tatsächlich zum Leben brauchen – einschließlich Rücklagen für Auto, Reparaturen und Urlaub. Wer früh aussteigt, muss außerdem an die Krankenversicherung denken, die ohne Arbeitgeber komplett selbst bezahlt wird. Wir rechnen im Folgenden mit 2.000 € im Monat nach Steuern.

Schritt 2: Drei Wege zur Zielsumme

Weg 1: der Faktor 25. Nach der 4-Prozent-Regel brauchen Sie das 25-Fache Ihrer Jahresausgaben: 2.000 € × 12 × 25 = 600.000 €. Das ist schnell gerechnet, berücksichtigt aber weder Steuern noch Ihre tatsächliche Laufzeit.

Weg 2: der Entnahmeplan bis zu einem Zeitpunkt. Die meisten Menschen in Deutschland erhalten ab 67 eine gesetzliche Rente. Das Depot muss also nur eine bestimmte Zeit überbrücken. Mit dem Modus „Welches Kapital brauche ich?“ im Entnahmeplan-Rechner ergibt sich bei 5 % Rendite, 2 % Inflation, 50 % Gewinnanteil und netto 2.000 € im Monat:

ÜberbrückungBenötigtes Kapital
20 Jahrerund 407.000 €
30 Jahrerund 543.000 €
40 Jahrerund 646.000 €

Weg 3: die ewige Rente. Wer das Vermögen dauerhaft und real erhalten möchte, darf nur die Rendite über der Inflation entnehmen. Bei 5 % Rendite und 2 % Inflation erfordert das für netto 2.000 € im Monat rund 890.000 €. Der Rechner zeigt diesen Wert im Bereich „4-Prozent-Regel“ als Vergleich.

Die gesetzliche Rente nicht vergessen

Der größte Hebel für FIRE in Deutschland ist oft die gesetzliche Rente. Wer mit 50 aufhört und ab 67 eine Rente erhält, muss mit dem Depot nur 17 Jahre voll überbrücken. Danach reicht eine deutlich kleinere Entnahme. Allerdings sinkt die Rente, wenn Sie früher aufhören einzuzahlen. Wie hoch Ihre Rente nach Steuern und Abgaben voraussichtlich ist, zeigt der Rente-netto-Rechner. Planen Sie dann zwei Phasen: bis zur Rente die volle Entnahme, danach nur noch die Lücke.

Schritt 3: Den Weg dorthin planen

Steht die Zielsumme, folgt die Frage, wie lange Sie dafür sparen müssen. Das hängt vor allem von Ihrer Sparquote ab, also dem Anteil des Einkommens, den Sie investieren. Wie schnell ein monatlicher Sparplan wächst, berechnen Sie mit dem ETF-Sparplan-Rechner. Der Zinseszinsrechner zeigt, welche Rolle die Zeit spielt: Jahre, in denen das Geld arbeitet, sind oft wertvoller als höhere Sparraten.

Puffer einplanen

  • Vorsichtige Rendite: Rechnen Sie lieber mit 4 als mit 7 %.
  • Flexibilität: Wer in schlechten Jahren die Ausgaben etwas senken kann, braucht weniger Kapital.
  • Nebeneinkommen: Schon ein kleiner Zuverdienst in den ersten Jahren entlastet das Depot enorm.
  • Liquiditätsreserve: Zwei bis drei Jahresausgaben auf dem Tagesgeld schützen vor Notverkäufen im Crash.

Fazit

Ihre FIRE-Zahl hängt stärker von Ihren Ausgaben und Ihrer Laufzeit ab als von jeder Faustregel. Der Faktor 25 ist ein guter Startpunkt; genauer wird es, wenn Sie Steuern, Inflation und den Zeitpunkt der gesetzlichen Rente einbeziehen. Probieren Sie Ihre Zahlen im Entnahmeplan-Rechner aus. Die Beispiele sind Modellrechnungen ohne Gewähr und keine Anlageberatung.

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