Der Verbraucherpreisindex erklärt: Basisjahr, Monatswerte, Umbasierung

Redaktion
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2026-09-24
Der Verbraucherpreisindex erklärt: Basisjahr, Monatswerte, Umbasierung

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Der Index hinter Ihrer Miete

Eine Indexmiete ist an den Verbraucherpreisindex für Deutschland gekoppelt, kurz VPI. § 557b BGB nennt ihn noch mit seinem alten Namen: Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland. Bis 2002 hieß der Index tatsächlich so. Inhaltlich hat sich mit der Umbenennung nichts geändert. Gemeint ist in jedem Fall der VPI des Statistischen Bundesamts.

Was der VPI misst

Der VPI zeigt die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte in Deutschland für Konsumzwecke kaufen: Lebensmittel, Energie, Mieten, Verkehr, Freizeit und vieles mehr. Dafür erheben Statistikerinnen und Statistiker jeden Monat Preise für einen repräsentativen Warenkorb. Wie stark jede Gütergruppe ins Gewicht fällt, richtet sich nach den Verbrauchsgewohnheiten im Basisjahr.

Nicht verwechseln sollten Sie den VPI mit dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Der HVPI dient dem Vergleich innerhalb der EU und ist für die Indexmiete nicht maßgeblich.

Was „2020 = 100“ bedeutet

Der Index wird auf ein Basisjahr bezogen, dessen Durchschnitt gleich 100 gesetzt wird. Derzeit ist das 2020. Ein Wert von 125,8 im August 2026 bedeutet: Die Verbraucherpreise lagen im August 2026 um 25,8 % über dem Durchschnitt des Jahres 2020. Für die Indexmiete zählt aber nicht der Abstand zum Basisjahr, sondern die Veränderung zwischen zwei Monaten.

JahrVPI Jahresdurchschnitt (2020 = 100)Veränderung zum Vorjahr
2021103,1+3,1 %
2022110,2+6,9 %
2023116,7+5,9 %
2024119,3+2,2 %
2025121,9+2,2 %

Monatswerte statt Jahreswerte

Für die Indexmiete werden in der Regel Monatswerte verwendet, denn die Anpassung erfolgt zu einem bestimmten Zeitpunkt. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Monatswerte in seiner Datenbank GENESIS-Online, Tabelle 61111-0002. Einen Schnellwert gibt es meist am Monatsende, den endgültigen Wert etwa Mitte des Folgemonats. Der Indexmiete-Rechner enthält die amtlichen Monatswerte ab 1995, zuletzt für August 2026.

Umbasierung: Wenn sich alle Zahlen ändern

Etwa alle fünf Jahre stellt das Statistische Bundesamt den Index auf ein neues Basisjahr um und passt den Warenkorb an. Zuletzt geschah das mit der Veröffentlichung für Januar 2023: Aus 2015 = 100 wurde 2020 = 100. Die Indizes werden ab Januar des neuen Basisjahres neu berechnet. Weiter zurückliegende Ergebnisse werden nur formal auf das neue Basisjahr umgerechnet.

Für Ihre Indexmiete heißt das: Alle Zahlen einer älteren Erhöhung, etwa 110,0 auf Basis 2015, stehen heute in der Reihe 2020 = 100 unter einem anderen Wert. Vergleichen Sie deshalb nie einen alten Wert der früheren Basis mit einem neuen Wert der aktuellen Basis. Am sichersten ist es, beide Monate aus der aktuellen Reihe zu nehmen. Durch die Umbasierung und Rundungen kann das Ergebnis minimal von einer früheren Berechnung abweichen. Das ist normal.

Wo Sie die Werte finden

  • Die Datenbank GENESIS-Online des Statistischen Bundesamts, Tabelle 61111-0002 (Monatswerte).
  • Die Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamts zur Inflationsrate, jeweils mit dem aktuellen Indexstand.
  • Die Tabelle im [Indexmiete-Rechner](/indexmiete-rechner), die beide Monate automatisch einsetzt.

Inflation und Ihr Budget

Der VPI bestimmt nicht nur Ihre Indexmiete, er zeigt auch, wie sich die Kaufkraft Ihres Einkommens entwickelt. Wie viel 1.000 € von 2020 heute noch wert sind, berechnen Sie mit dem Inflationsrechner. Einen Überblick über Ihre monatlichen Ausgaben verschafft Ihnen der Lebenshaltungskosten-Rechner. Die Grundlagen der Indexmiete finden Sie im Leitartikel Indexmiete berechnen.

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