EZB-Referenzkurs erklärt: Wie der Kurs entsteht und wofür er gilt

Redaktion
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2026-09-24
EZB-Referenzkurs erklärt: Wie der Kurs entsteht und wofür er gilt

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Was der EZB-Referenzkurs ist

Seit dem 4. Januar 1999 veröffentlicht die Europäische Zentralbank täglich die Euro-Referenzkurse. Sie geben an, wie viele Einheiten einer Fremdwährung einem Euro entsprechen. Aktuell umfasst die Liste 29 Währungen, von US-Dollar und britischem Pfund über Złoty und Franken bis zum südafrikanischen Rand. Zusammen mit dem Euro kann der Währungsrechner damit 30 Währungen untereinander umrechnen.

Die Kurse werden meist mit fünf gültigen Ziffern angegeben. Deshalb steht beim US-Dollar etwa 1,1367, beim japanischen Yen 180,57 und beim britischen Pfund 0,85986.

Wie der Kurs entsteht

Die Referenzkurse beruhen auf einem täglichen Abstimmungsverfahren zwischen Zentralbanken innerhalb und außerhalb des Europäischen Systems der Zentralbanken. Es findet normalerweise um 14:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Die Kurse bilden damit die Marktlage zu diesem Zeitpunkt ab. Veröffentlicht werden sie gegen 16 Uhr auf der Website der EZB, unter anderem als Tabelle und als maschinenlesbare Datei.

Der Referenzkurs ist also kein Durchschnitt über den Tag und auch kein Schlusskurs. Er ist eine Momentaufnahme. Innerhalb des Tages können die Marktkurse davon abweichen.

An welchen Tagen es Kurse gibt

Die EZB veröffentlicht nur an Tagen, an denen das europäische Zahlungssystem arbeitet. An Wochenenden gibt es keine neuen Kurse, ebenso an Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, dem 1. Mai sowie am 25. und 26. Dezember. An diesen Tagen gilt der zuletzt veröffentlichte Kurs weiter. Der Währungsrechner zeigt deshalb immer an, von welchem Tag der verwendete Kurs stammt.

Nur zur Information

Ein wichtiger Punkt wird oft übersehen: Die EZB veröffentlicht die Referenzkurse ausdrücklich nur zu Informationszwecken. Sie rät davon ab, sie für Geschäfte zu verwenden. Keine Bank ist verpflichtet, zu diesem Kurs zu tauschen, und die EZB selbst tauscht für Privatpersonen kein Geld.

Trotzdem ist der Referenzkurs im Alltag sehr nützlich. Er ist neutral, frei zugänglich und enthält keinen Aufschlag. Damit ist er die ideale Messlatte, um Angebote von Banken, Karten und Wechselstuben zu vergleichen. Wie das geht, zeigt der Beitrag Wechselkurs-Aufschlag bei Karte und Bargeld.

Wofür der Referenzkurs genutzt wird

Unternehmen, Behörden und Statistikämter greifen häufig auf die Referenzkurse zurück, etwa um Rechnungen in Fremdwährung zu bewerten oder Wirtschaftsdaten vergleichbar zu machen. Auch das EU-Recht nutzt sie: Kartenanbieter müssen ihre Umrechnungsentgelte bei Zahlungen in EU-Währungen als Aufschlag auf den Referenzkurs angeben.

Für die Umsatzsteuer gilt in Deutschland eine eigene Regel. Nach § 16 Abs. 6 UStG werden Beträge in Fremdwährung grundsätzlich mit den monatlichen Durchschnittskursen umgerechnet, die das Bundesministerium der Finanzen bekannt gibt. Für die Steuer sollten Sie sich also nicht allein auf den Tageskurs der EZB verlassen, sondern im Zweifel steuerlichen Rat einholen.

Warum Währungen verschwinden

Die Liste der Referenzkurse verändert sich mit der Zeit. Wenn ein Land den Euro einführt, entfällt seine Währung. So verschwand die kroatische Kuna mit dem Euro-Beitritt Kroatiens 2023, und seit Bulgarien zum 1. Januar 2026 den Euro eingeführt hat, gibt es auch keinen Kurs mehr für den Lew. Den Kurs für den russischen Rubel hat die EZB im März 2022 ausgesetzt.

So nutzt der Währungsrechner die Kurse

Unser Server lädt die Referenzkurse und den Verlauf der letzten 90 Tage direkt von der EZB und aktualisiert sie alle paar Stunden. Ihr Browser fragt die Kurse nur bei unserem eigenen Server ab, ohne Betrag oder Währung mitzuschicken. Sollte die EZB einmal nicht erreichbar sein, rechnet der Rechner mit einem gespeicherten, datierten Stand und weist Sie darauf hin.

Kurse zwischen zwei Fremdwährungen berechnet der Rechner über den Euro. Wie viel Ihr Geld über die Jahre durch Inflation an Kaufkraft verliert, ist eine andere Frage. Die beantwortet der Inflationsrechner.

Kurz zusammengefasst

1. Die EZB veröffentlicht an jedem Arbeitstag gegen 16 Uhr Kurse für 29 Währungen.

2. Grundlage ist eine Abstimmung zwischen Zentralbanken um 14:10 Uhr.

3. Die Kurse dienen der Information, tauschen können Sie zu ihnen nicht.

4. Als neutrale Messlatte sind sie ideal, um Aufschläge zu erkennen.

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