Wechselkurs-Aufschlag bei Karte und Bargeld: So viel kostet Fremdwährung wirklich

Redaktion
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2026-09-24
Wechselkurs-Aufschlag bei Karte und Bargeld: So viel kostet Fremdwährung wirklich

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Der Kurs ist selten der Kurs

Wer im Ausland mit Karte zahlt oder Bargeld tauscht, bekommt fast nie den Kurs, der in den Nachrichten steht. Zwischen dem neutralen Referenzkurs der Europäischen Zentralbank und dem Betrag auf Ihrer Abrechnung liegen Aufschläge und Gebühren. Einzeln wirken sie klein, zusammen machen sie auf einer Reise schnell einen zweistelligen Betrag aus.

Wo die Kosten stecken

Beim Bezahlen in Fremdwährung gibt es drei typische Kostenquellen:

1. Der Kursaufschlag: Der Anbieter rechnet mit einem Kurs, der schlechter ist als der Referenzkurs. Das sieht man nicht auf den ersten Blick, weil kein Gebührenposten auftaucht.

2. Das Auslandseinsatzentgelt: Ein prozentuales Entgelt auf den umgerechneten Betrag, bei vielen Karten rund 1 bis 2 %.

3. Feste Gebühren: etwa ein Betrag pro Bargeldabhebung, den Ihre Bank, der Automatenbetreiber oder beide verlangen.

Dazu kommt die dynamische Währungsumrechnung. Dabei bietet Ihnen das Terminal oder der Geldautomat an, sofort in Euro abzurechnen. Der Betreiber verwendet dann seinen eigenen Kurs. Aufschläge von 3 bis über 10 % sind dabei keine Seltenheit.

Was die EU vorschreibt

Für Zahlungen in Euro innerhalb der EU gilt: Sie dürfen nicht mehr kosten als eine vergleichbare Zahlung im Inland. Ein Auslandseinsatzentgelt für Kartenzahlungen in Euro in Spanien oder Italien ist deshalb nicht erlaubt.

Für Zahlungen in anderen EU-Währungen wie Złoty, Forint oder schwedischen Kronen hat die EU mit der Verordnung (EU) 2019/518 die Transparenz verbessert. Seit April 2020 müssen Kartenanbieter ihre Umrechnungsentgelte als prozentualen Aufschlag auf den aktuellen EZB-Referenzkurs angeben. Nach einer Kartenzahlung in einer anderen EU-Währung schicken sie Ihnen zudem eine elektronische Mitteilung mit diesem Wert. Auch wer am Terminal oder Automaten eine Umrechnung in Euro anbietet, muss den Aufschlag vor der Zahlung offenlegen.

Für Währungen außerhalb der EU, etwa US-Dollar, Franken oder Lira, gelten diese Pflichten nicht in vollem Umfang. Hier hilft nur der Blick ins Preisverzeichnis und das eigene Nachrechnen.

So berechnen Sie Ihren tatsächlichen Aufschlag

Mit dem Referenzkurs des Zahlungstags können Sie jeden Aufschlag selbst ermitteln. Dazu brauchen Sie den Betrag in Fremdwährung, den Betrag, der Ihrem Konto belastet wurde, und den Referenzkurs.

1. Rechnen Sie den Fremdbetrag zum Referenzkurs in Euro um: Fremdbetrag ÷ Kurs.

2. Teilen Sie den belasteten Betrag durch dieses Ergebnis und ziehen Sie 1 ab.

3. Multiplizieren Sie mit 100. Das Ergebnis ist Ihr Aufschlag in Prozent.

Beispiel: Sie zahlen in Polen 1.000 zł. Zum Referenzkurs von 4,3823 sind das 228,19 €. Belastet werden Ihnen 232,76 €. Dann gilt 232,76 ÷ 228,19 = 1,020, der Aufschlag beträgt also 2,0 %. Die Prozentrechnung dahinter können Sie mit dem Prozentrechner prüfen.

Auch Wechselstuben lassen sich vergleichen

Bei einer Wechselstube funktioniert der Vergleich genauso. Bietet sie Ihnen 4,20 Złoty für einen Euro, während der Referenzkurs bei 4,3823 liegt, erhalten Sie 4,20 ÷ 4,3823 = 95,8 % des Gegenwerts. Der versteckte Aufschlag beträgt also gut 4 %. Kommt noch eine feste Gebühr hinzu, wird es entsprechend teurer.

Was Aufschläge auf einer Reise kosten

Bei einem Reisebudget von 1.500 € in Fremdwährung macht jeder Prozentpunkt 15 € aus. Mit 1 % Aufschlag zahlen Sie also 15 € drauf, mit 2 % sind es 30 €, mit 5 % bereits 75 € und mit 10 % ganze 150 €. Den Effekt für Ihren eigenen Betrag zeigt der Währungsrechner über das Feld „Aufschlag“.

Fünf Tipps gegen teure Aufschläge

1. Am Terminal und am Automaten immer die Landeswährung wählen, nie sofort in Euro umrechnen lassen.

2. Vor der Reise im Preisverzeichnis prüfen, welches Entgelt Ihre Karte für Fremdwährungen verlangt.

3. Lieber seltener und dafür größere Beträge abheben, wenn pro Abhebung eine feste Gebühr anfällt.

4. Bargeld nicht an Flughäfen und Bahnhöfen tauschen, dort sind die Spannen meist am größten.

5. Abrechnungen nach der Reise stichprobenartig mit dem Referenzkurs vergleichen.

Mehr zum Hintergrund des Referenzkurses lesen Sie im Beitrag EZB-Referenzkurs erklärt.

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