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Tachoabweichung durch andere Reifen: So rechnen Sie die echte Geschwindigkeit aus

Redaktion
5 Min. Lesezeit
2026-09-24
Tachoabweichung durch andere Reifen: So rechnen Sie die echte Geschwindigkeit aus

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Warum der Tacho von der Reifengröße abhängt

Der Tacho misst nicht, wie schnell Sie fahren. Er misst, wie schnell sich die Räder oder die Getriebewelle drehen, und rechnet das mit einem festen Umfang in km/h um. Dieser Umfang ist auf die Serienbereifung abgestimmt. Montieren Sie einen Reifen mit anderem Durchmesser, stimmt die Umrechnung nicht mehr.

Ein größerer Reifen legt pro Umdrehung mehr Strecke zurück. Bei gleicher Drehzahl sind Sie also schneller, als der Tacho anzeigt. Ein kleinerer Reifen bewirkt das Gegenteil: Der Tacho zeigt mehr an, als Sie fahren.

So rechnen Sie die echte Geschwindigkeit aus

Die Formel ist einfach:

Tatsächliche Geschwindigkeit = Tachoanzeige × Durchmesser neu ÷ Durchmesser alt

Ein Beispiel: Sie wechseln von 205/55 R16 (631,9 mm) auf 235/35 R19 (647,1 mm). Das Verhältnis beträgt 647,1 ÷ 631,9 = 1,024. Zeigt der Tacho 100 km/h, fahren Sie tatsächlich etwa 102,4 km/h. Bei Tacho 130 sind es rund 133 km/h. Bei 50 km/h in der Stadt beträgt der Unterschied nur gut 1 km/h.

AbweichungTacho 50Tacho 100Tacho 130
−2 %49,098,0127,4
−1 %49,599,0128,7
+1 %50,5101,0131,3
+1,5 %50,8101,5132,0
+3 %51,5103,0133,9

Der Reifenrechner macht diese Rechnung für jede Kombination und zeigt die Differenz als Diagramm über den ganzen Geschwindigkeitsbereich.

Was die ECE-R 39 vorschreibt

Die Anforderungen an Tachometer regelt die UN-Regelung ECE-R 39. Der Kern: Der Tacho darf nie weniger anzeigen als die tatsächliche Geschwindigkeit. Nach oben darf er abweichen, und zwar um höchstens 10 % der tatsächlichen Geschwindigkeit plus 4 km/h. Bei echten 100 km/h darf der Tacho also zwischen 100 und 114 km/h anzeigen.

Die Hersteller nutzen diesen Spielraum. Ab Werk zeigen die meisten Tachos einige Prozent zu viel an. Das hat einen praktischen Grund: Abgefahrene Reifen haben einen kleineren Umfang als neue, der Luftdruck schwankt, und die Serienstreuung muss aufgefangen werden. Die Vorlaufreserve sorgt dafür, dass der Tacho auch im ungünstigsten Fall nicht zu wenig anzeigt.

Warum größere Reifen heikler sind

Ein größerer Reifen zehrt diese Reserve auf. Bei einem kräftigen Plus kann es passieren, dass der Tacho unter die tatsächliche Geschwindigkeit rutscht. Genau das verbietet die ECE-R 39. Deshalb ist die übliche Faustregel nach oben enger als nach unten: höchstens etwa +1,5 %, aber bis etwa −2 %. Wie groß die Reserve bei Ihrem Fahrzeug tatsächlich ist, lässt sich von außen nicht sagen. Deshalb ersetzt keine Rechnung die Freigabe durch Hersteller oder Sachverständigen.

Ein kleinerer Reifen ist rechtlich unproblematisch, weil der Tacho dann eher mehr anzeigt. Allerdings laufen Kilometerzähler und Verbrauchsanzeige vor, und die Bodenfreiheit sinkt um die Hälfte der Durchmesserdifferenz.

Blitzer und Tacho: Wer haftet?

Wird Ihr Auto geblitzt, zählt die gemessene Geschwindigkeit abzüglich der Messtoleranz, nicht die Tachoanzeige. Ein Tacho, der wegen falscher Reifen zu wenig anzeigt, schützt nicht vor einem Bußgeld. Was eine Überschreitung kostet, zeigt der Bußgeldrechner. Wer seinen Tacho überprüfen will, kann die Anzeige mit einer Navigations-App vergleichen. Diese misst die Geschwindigkeit per Satellit und ist bei konstanter Fahrt auf gerader Strecke recht genau.

Tacho anpassen lassen?

Bei manchen Fahrzeugen lässt sich der Abrollumfang im Steuergerät neu codieren. Das ist Aufgabe einer Fachwerkstatt und muss zur eingetragenen Bereifung passen. Wichtig: Eine Neucodierung kann die Kilometeranzeige beeinflussen. Lassen Sie sich die Änderung dokumentieren.

Fazit

Ein Prozent mehr Reifendurchmesser bedeutet ein Prozent mehr echte Geschwindigkeit. Das klingt wenig, doch bei Tacho 130 sind +2 % schon 2,6 km/h. Bleiben Sie bei der Faustregel von −2 % bis +1,5 % und klären Sie jede Abweichung über die Papiere. Wie Sie Alternativgrößen finden, erklärt der Leitartikel Reifengröße umrechnen.

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