Goldwert berechnen: So viel ist Ihr 333er, 585er und 750er Gold wirklich wert

Redaktion
10 Min. Lesezeit
2026-09-24
Goldwert berechnen: So viel ist Ihr 333er, 585er und 750er Gold wirklich wert

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Goldwert berechnen: Was steckt wirklich in Ihrem Schmuck?

In fast jedem Haushalt liegt irgendwo Gold: ein geerbter Ring, eine Kette mit gerissenem Verschluss, ein einzelner Ohrring, dazu vielleicht ein paar Silberlöffel aus der Aussteuer. Bei Goldpreisen um 120 € pro Gramm (Beispielwert vom 24.09.2026) kommen da schnell einige hundert Euro zusammen. Wer verkaufen möchte, sollte aber vorher wissen, was die Stücke wert sind. Sonst lässt sich ein Angebot kaum einschätzen.

Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie den Goldwert selbst berechnen, was die Stempel 333, 585 und 750 bedeuten, warum Händler weniger zahlen als den Börsenkurs und welche Steuerregeln beim Verkauf gelten. Alle Beispiele können Sie im Goldwert-Rechner mit Ihren eigenen Stücken nachrechnen, auch mehrere Teile auf einmal und Silber.

Die Grundformel: Gewicht × Feingehalt × Kurs

Der Wert eines Goldstücks hängt an drei Zahlen: wie schwer es ist, wie viel reines Gold darin steckt und wie hoch der Goldkurs gerade ist. Die Formel lautet:

Materialwert = Gewicht in Gramm × Feingehalt ÷ 1.000 × Goldkurs pro Gramm

Ein Beispiel: Ein Ring wiegt 10 Gramm und trägt den Stempel 585. Er enthält 10 × 585 ÷ 1.000 = 5,85 Gramm Feingold. Bei einem Kurs von 120 € pro Gramm Feingold ergibt das 5,85 × 120 = 702 € Materialwert. Das ist der reine Metallwert, also das, was das Gold wert wäre, wenn es schon als Feingold im Tresor läge.

Der Goldkurs wird international meist in US-Dollar pro Feinunze angegeben. Eine Feinunze (troy ounce) wiegt 31,1034768 Gramm und ist damit schwerer als die gewöhnliche Unze mit rund 28,35 Gramm. Um vom Unzenkurs in Euro auf den Grammpreis zu kommen, teilen Sie durch 31,1035. Bei 3.750 € je Unze sind das etwa 120,57 € je Gramm. Im Rechner können Sie den Kurs wahlweise pro Gramm oder pro Unze eintragen.

Was bedeuten die Stempel 333, 585, 750 und 999?

Der Stempel, die Punze, gibt den Feingehalt in Tausendstel an. 585 heißt: 585 von 1.000 Teilen sind reines Gold, der Rest sind Legierungsmetalle wie Silber, Kupfer, Zink oder Palladium. Sie machen das Gold härter und bestimmen die Farbe (Gelb-, Rot- oder Weißgold). In anderen Ländern ist die Angabe in Karat üblich. 24 Karat entsprechen reinem Gold.

Gold-Feingehalte im Überblick

1. 333er Gold (8 Karat): 33,3 % Feingold. Günstiger Alltagsschmuck, in Deutschland weit verbreitet.

2. 375er Gold (9 Karat): 37,5 % Feingold. Häufig bei britischem und irischem Schmuck.

3. 585er Gold (14 Karat): 58,5 % Feingold. Der Klassiker für Eheringe, Ketten und hochwertigen Schmuck.

4. 750er Gold (18 Karat): 75 % Feingold. Juwelierqualität, satte Farbe, deutlich wertvoller.

5. 900er und 916er Gold (21,6 bzw. 22 Karat): typisch für ältere und bekannte Anlagemünzen sowie für Schmuck aus Südasien und dem Nahen Osten.

6. 999er Gold (24 Karat): Feingold, vor allem in Barren und modernen Anlagemünzen.

Beim Beispielkurs von 120 € je Gramm ist ein Gramm 333er Gold rund 39,96 € wert, 585er Gold 70,20 €, 750er Gold 90 € und 999er Gold 119,88 €. Diese Staffel zeigt das Diagramm im Rechner. Der Unterschied zwischen 333er und 750er Gold ist also mehr als das Doppelte, bei gleichem Gewicht.

Und bei Silber?

Silber folgt demselben Prinzip. Üblich sind 800er Silber (ältere Bestecke), 835er Silber, 925er Sterlingsilber (Schmuck, modernes Besteck) und 999er Feinsilber (Barren, Münzen). Der Silberkurs lag am 24.09.2026 bei rund 56 € je Unze, also etwa 1,80 € je Gramm. Ein Silberbesteck mit 120 Gramm 925er Silber enthält damit 111 Gramm Feinsilber im Wert von knapp 200 €. Achtung: Viele Bestecke sind nur versilbert (Stempel 90 oder 100). Dann steckt kaum Silber darin.

Wiegen: So bestimmen Sie das Gewicht richtig

Für eine seriöse Schätzung brauchen Sie eine Waage, die mindestens auf 0,1 Gramm genau misst. Eine Küchenwaage mit 1-Gramm-Schritten reicht für Ketten und Ringe nicht, weil schon ein Gramm bei 750er Gold rund 90 € ausmacht. Feinwaagen gibt es günstig im Handel.

Wichtig ist, was Sie mitwiegen. Edelsteine, Perlen, Uhrwerke, Federringe aus Stahl oder Kunststoffteile gehören nicht zum Goldgewicht. Der Ankäufer zieht sie ab oder schätzt sie. Rechnen Sie bei Schmuck mit Steinen lieber etwas knapper. Sortieren Sie die Stücke außerdem nach Feingehalt, denn eine Kette mit 585 und ein Anhänger mit 333 werden unterschiedlich bewertet. Im Rechner legen Sie dafür einfach mehrere Stücke an.

Materialwert ist nicht Verkaufspreis: der Ankaufsabschlag

Kein Ankäufer zahlt den vollen Materialwert. Der Goldkurs bezieht sich auf Feingold in großen Barren, die an den Märkten gehandelt werden. Altgold muss erst geprüft, eingeschmolzen und in einer Scheideanstalt wieder zu Feingold aufbereitet werden. Das kostet Geld, und der Händler will verdienen. Deshalb zieht er einen Abschlag ab.

Wie groß der Abschlag ist, hängt stark von der Ware ab:

1. Barren und gängige Anlagemünzen: meist 2 bis 5 % unter dem Kurs, weil sie ohne Aufbereitung weiterverkauft werden können.

2. Altgold, Bruchgold und Schmuck: oft 10 bis 25 %, bei kleinen Mengen oder Laufkundschaft auch mehr.

3. Silberschmuck und Besteck: prozentual meist deutlich höher als bei Gold, weil der Wert pro Gramm gering und der Aufwand gleich ist.

Mit 15 % Abschlag wird aus unseren 702 € Materialwert ein realistischer Ankaufswert von 596,70 €. Genau diese Zahl zeigt der Rechner als Hauptergebnis. Den Abschlag stellen Sie per Schieberegler ein. So sehen Sie sofort, ob ein Angebot fair ist.

So erkennen Sie ein faires Angebot

Lassen Sie sich immer zeigen, wie gewogen und geprüft wird. Ein seriöser Ankäufer nennt Gewicht, Feingehalt und den Kurs, mit dem er rechnet, und schreibt es auf. Holen Sie mindestens zwei oder drei Angebote ein, am besten am selben Tag, weil sich der Kurs täglich bewegt. Seien Sie vorsichtig bei Pauschalangeboten ohne Wiegen, bei Haustürgeschäften und bei Einsendungen, bei denen das Gold schon eingeschmolzen ist, bevor Sie zugestimmt haben.

Bei Schmuck mit Designwert, Markenstücken oder antiken Arbeiten lohnt sich eine Schätzung durch einen Juwelier. Solche Stücke können mehr wert sein als ihr Metall. Beim Einschmelzen geht dieser Mehrwert verloren.

Mehrere Stücke auf einmal bewerten

Wer eine ganze Schmuckschatulle auflöst, hat meist verschiedene Feingehalte. Im Rechner legen Sie bis zu zehn Stücke an, jeweils mit Metall, Gewicht und Feingehalt. Die Tabelle zeigt dann für jedes Stück Feinanteil, Materialwert und Ankaufswert, darunter die Summe. So erkennen Sie, welche Teile den größten Anteil am Gesamtwert haben. Oft sind es ein oder zwei schwere 585er- oder 750er-Stücke, während viele kleine 333er-Teile wenig ausmachen.

Die gesamte Liste steckt in der Adresszeile. Sie können den Link speichern oder an Familienmitglieder schicken, etwa bei einer Erbschaft, und alle sehen dieselbe Rechnung.

Steuern beim Goldverkauf

Für Privatpersonen ist physisches Gold steuerlich angenehm. Maßgeblich ist § 23 des Einkommensteuergesetzes über private Veräußerungsgeschäfte. Liegt zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr, ist der Gewinn komplett steuerfrei, egal wie hoch er ist. Bei Schmuck, der seit Jahrzehnten in der Familie ist, spielt die Steuer deshalb praktisch nie eine Rolle. Bei geerbtem Gold zählt die Haltedauer des Erblassers mit.

Verkaufen Sie innerhalb eines Jahres, gilt eine Freigrenze: Bleiben alle privaten Veräußerungsgewinne eines Kalenderjahres zusammen unter 1.000 €, fällt keine Steuer an. Diese Grenze gilt seit 2024, vorher lag sie bei 600 €. Wichtig: Es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Liegt der Gewinn bei 1.000 € oder darüber, wird der gesamte Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz versteuert, nicht nur der Teil über der Grenze. Den Steuer-Check im Rechner füllen Sie mit Kaufpreis und Haltedauer aus. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Gold verkaufen: Wann ist der Gewinn steuerfrei?

Beim Kauf spielt die Umsatzsteuer eine Rolle. Anlagegold ist nach § 25c UStG umsatzsteuerfrei. Dazu gehören Barren mit mindestens 995 Tausendstel Feingehalt und Goldmünzen mit mindestens 900 Tausendstel, die nach 1800 geprägt wurden und in ihrem Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren. Schmuck gehört nicht dazu. Silber ist nie umsatzsteuerfrei: Auf Barren fallen 19 % an, Münzen werden von Händlern oft differenzbesteuert verkauft. Deshalb ist bei Silber der Abstand zwischen Kauf- und Rückkaufpreis viel größer als bei Gold.

Häufige Fehler beim Goldwert-Schätzen

1. Mit dem Unzenkurs pro Gramm rechnen: Wer 3.750 € mit einem Gramm verwechselt, liegt um den Faktor 31 daneben.

2. Den Feingehalt vergessen: 10 Gramm 333er Gold sind nicht 10 Gramm Gold, sondern 3,33 Gramm.

3. Steine mitwiegen: Ein großer Stein kann mehrere Gramm wiegen und verfälscht die Rechnung.

4. Veraltete Kurse nutzen: Der Goldkurs kann innerhalb weniger Wochen um mehrere Prozent schwanken. Tragen Sie am Verkaufstag den aktuellen Kurs ein.

5. Materialwert mit Auszahlung verwechseln: Rechnen Sie immer mit Abschlag, sonst ist die Enttäuschung beim Händler groß.

Fazit

Den Goldwert zu berechnen ist einfacher, als viele denken: Gewicht mal Feingehalt mal Kurs ergibt den Materialwert, davon geht der Abschlag des Händlers ab. Wer seine Stücke wiegt, die Stempel prüft und den Tageskurs einträgt, kennt den realistischen Wert, bevor er ein Geschäft betritt. Der Goldwert-Rechner übernimmt die Rechnung für Gold und Silber, für ein einzelnes Stück oder eine ganze Sammlung, ohne Tracking und ohne Anmeldung.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Kurse sind Beispielwerte vom 24.09.2026.

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