Zweimal im Jahr wird in Deutschland an der Uhr gedreht: Ende März eine Stunde vor, Ende Oktober eine Stunde zurück. Die Regel ist einfach, trotzdem stellen sich jedes Jahr dieselben Fragen: Wann genau ist es so weit, schläft man länger oder kürzer, und was ist eigentlich aus der geplanten Abschaffung geworden?
Die Regel in einem Satz
Die Sommerzeit beginnt am letzten Sonntag im März um 2 Uhr und endet am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr. Im März wird die Uhr von 2 auf 3 Uhr vorgestellt, die Nacht ist eine Stunde kürzer. Im Oktober wird sie von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt, die Nacht ist eine Stunde länger. Eine Eselsbrücke: Im Frühjahr stellt man die Gartenmöbel vor das Haus, im Herbst wieder zurück.
Alle Termine bis 2030
| Jahr | Beginn der Sommerzeit (2 → 3 Uhr) | Ende der Sommerzeit (3 → 2 Uhr) |
|---|---|---|
| 2026 | Sonntag, 29. März | Sonntag, 25. Oktober |
| 2027 | Sonntag, 28. März | Sonntag, 31. Oktober |
| 2028 | Sonntag, 26. März | Sonntag, 29. Oktober |
| 2029 | Sonntag, 25. März | Sonntag, 28. Oktober |
| 2030 | Sonntag, 31. März | Sonntag, 27. Oktober |
Die nächste Umstellung ist am Sonntag, 28. März 2027. Da die Termine nach einer festen Regel fallen, lassen sie sich für jedes Jahr ausrechnen. Der Zeitzonen-Rechner zeigt zu jeder Stadt außerdem, wann dort die nächste Umstellung ist.
Die Rechtsgrundlage
In der EU regelt die Richtlinie 2000/84/EG die Sommerzeit. Danach beginnt und endet sie in allen Mitgliedstaaten im selben Augenblick, nämlich um 01:00 Uhr UTC. Deshalb stellen Portugal (von 1 auf 2 Uhr), Deutschland (von 2 auf 3 Uhr) und Griechenland (von 3 auf 4 Uhr) zur gleichen Sekunde um, und die Zeitdifferenz zwischen EU-Ländern bleibt immer gleich.
In Deutschland setzt die Sommerzeitverordnung (SoZV) die Richtlinie um. § 2 SoZV legt fest: Die Sommerzeit beginnt am letzten Sonntag im März um 2 Uhr MEZ und endet am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr MESZ. Für die doppelte Stunde im Oktober sieht die Verordnung eine eigene Bezeichnung vor: Die erste Stunde von 2 bis 3 Uhr heißt „2A“ (noch Sommerzeit), die zweite „2B“ (schon Normalzeit).
Was in der Nacht der Umstellung passiert
Im März fehlt eine Stunde. Die Uhrzeiten von 2:00 bis 2:59 Uhr gibt es in Deutschland an diesem Tag nicht. Wer um 2:30 Uhr einen Termin einträgt, meint in Wirklichkeit 3:30 Uhr Sommerzeit; so rechnet auch der Zeitzonen-Rechner und weist darauf hin. Wer in dieser Nacht arbeitet, hat eine Stunde weniger Schicht.
Im Oktober gibt es eine Stunde doppelt. Um 3 Uhr springt die Uhr auf 2 Uhr zurück, die Zeit von 2:00 bis 2:59 Uhr läuft zweimal ab. Eine Nachtschicht dauert eine Stunde länger. Bei Uhrzeiten aus dieser Stunde ist ohne Zusatz unklar, welche gemeint ist; der Rechner nimmt in diesem Fall die erste, also die Sommerzeit.
Funkuhren stellen sich automatisch um, weil das Zeitsignal des Senders DCF77 der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt die Umstellung ankündigt. Smartphones und Computer folgen den Regeln der Zeitzonendatenbank. Von Hand umstellen müssen Sie vor allem Backofen, Mikrowelle, ältere Autouhren und Heizungssteuerungen.
Warum gibt es die Zeitumstellung überhaupt?
Die Idee ist, das Tageslicht am Abend besser zu nutzen. Deutschland führte die Sommerzeit erstmals 1916 im Ersten Weltkrieg ein, um Kohle für die Beleuchtung zu sparen. Nach mehreren Unterbrechungen wurde sie 1980 in beiden deutschen Staaten wieder eingeführt, unter anderem wegen der Ölkrise und um mit den Nachbarländern gleichzuziehen. Der Energiespareffekt gilt heute als gering, weil Beleuchtung nur noch einen kleinen Teil des Stromverbrauchs ausmacht.
Wird die Zeitumstellung abgeschafft?
2018 hat die EU-Kommission nach einer Online-Befragung vorgeschlagen, die Zeitumstellung zu beenden. Jedes Land sollte selbst wählen, ob es dauerhaft Sommer- oder Normalzeit nutzt. Das Europäische Parlament stimmte am 26. März 2019 zu. Damit die Regel in Kraft tritt, muss aber auch der Rat der Mitgliedstaaten zustimmen, und dort gibt es bis heute keine gemeinsame Position. Viele Staaten befürchten einen Flickenteppich unterschiedlicher Zeiten im Binnenmarkt.
Bis sich daran etwas ändert, gilt die Richtlinie 2000/84/EG unverändert weiter, mit zwei Umstellungen pro Jahr (Stand: Oktober 2026). Auch außerhalb der EU ist das Bild gemischt: Russland (2014) und die Türkei (2016) bleiben dauerhaft bei einer Zeit, Mexiko hat die Sommerzeit 2022 weitgehend abgeschafft, die USA und Kanada stellen weiter um.
Tipps für die Umstellung
- Im März: In den Tagen davor jeweils 15 Minuten früher ins Bett gehen. Am Sonntag morgens viel Tageslicht hilft der inneren Uhr.
- Im Oktober: Die gewonnene Stunde fällt den meisten leichter. Kleine Kinder und Haustiere brauchen trotzdem ein paar Tage; Mahlzeiten schrittweise verschieben.
- Termine mit dem Ausland: In den Wochen zwischen den Umstellungen in Europa und Nordamerika ändert sich die Differenz. Mehr im Beitrag Zeitverschiebung Deutschland–USA.
Fazit
Vor im Frühling, zurück im Herbst: Die Sommerzeit beginnt am letzten Sonntag im März und endet am letzten Sonntag im Oktober. 2027 sind das der 28. März und der 31. Oktober. Die Abschaffung ist seit 2019 beschlossen, aber nicht umgesetzt. Hintergründe zu Zeitzonen und Offsets erklärt der Leitartikel Zeitverschiebung berechnen.
Quellen: Richtlinie 2000/84/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Januar 2001 zur Regelung der Sommerzeit; Sommerzeitverordnung (SoZV) §§ 1–3; Europäisches Parlament, legislative Entschließung vom 26. März 2019. Stand: Oktober 2026.
