Nachts, am Wochenende, an Feiertagen: Wann wird das Taxi teurer?

Redaktion
5 Min. Lesezeit
2026-09-24
Nachts, am Wochenende, an Feiertagen: Wann wird das Taxi teurer?

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Der Nachtzuschlag ist auf dem Rückzug

Lange galt die Faustregel: Nachts, am Wochenende und an Feiertagen kostet das Taxi mehr. Für die meisten deutschen Großstädte stimmt das heute nicht mehr. Von den 14 Städten, deren aktuellen Tarif der Taxi-Rechner abbildet, haben elf einen einheitlichen Tarif rund um die Uhr: Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Bremen und Nürnberg. Wer dort um drei Uhr morgens nach Hause fährt, zahlt für dieselbe Strecke genau so viel wie am Mittag.

Hamburg hat die Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenzeiten zum 1. Februar 2025 abgeschafft, Dortmund zum 1. September 2026 den höheren Nacht-Wartezeitpreis. Die Städte begründen das vor allem mit Transparenz: Ein Tarif, der sich nicht nach Uhrzeit ändert, ist für Fahrgäste leichter nachzuvollziehen.

Wo nachts und sonntags ein anderer Tarif gilt

Drei der erfassten Städte halten an einem gesonderten Tarif fest. Er betrifft jeweils nur den Kilometerpreis; Grundpreis und Wartezeitpreis bleiben gleich.

  • Leipzig: Werktags von 20 bis 5 Uhr sowie ganztägig an Sonn- und Feiertagen gilt der Nacht-, Sonn- und Feiertagstarif. Die ersten 3 km kosten 3,40 € statt 3,30 €, der 4. bis 10. km 2,70 € statt 2,40 € und jeder weitere Kilometer 2,30 € statt 2,20 €.
  • Dresden: Die Tarifstufe II gilt täglich von 20 bis 5 Uhr und an Sonn- und Feiertagen. Jede Entfernungsstufe ist 10 Cent pro Kilometer teurer: 3,30 € statt 3,20 € bis 4 km, 2,70 € statt 2,60 € bis 10 km, danach 2,50 € statt 2,40 €.
  • Duisburg: Von 22 bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen kostet der Kilometer 2,70 € statt 2,50 €.

Was der Unterschied ausmacht

Auf einer Fahrt über 10 km mit 5 Minuten Wartezeit ergeben sich folgende Aufschläge gegenüber dem Tagtarif:

  • Leipzig: 34,53 € am Tag, 36,93 € nachts — plus 2,40 €
  • Duisburg: 32,55 € am Tag, 34,55 € nachts — plus 2,00 €
  • Dresden: 35,38 € am Tag, 36,38 € nachts — plus 1,00 €

Das sind zwischen 3 und 7 %. Bei längeren Strecken wächst der Abstand mit jedem Kilometer, bleibt aber im Verhältnis ähnlich. Im Rechner können Sie für diese drei Städte den Nachttarif zuschalten; in allen anderen Städten erscheint stattdessen der Hinweis, dass rund um die Uhr derselbe Tarif gilt.

Warum nachts trotzdem oft weniger auf der Uhr steht

Auch ohne Nachttarif ist eine nächtliche Fahrt häufig günstiger als dieselbe Strecke im Berufsverkehr. Der Grund ist die Wartezeit: Wenn das Taxi kaum an Ampeln steht und nicht im Stau steckt, läuft fast ausschließlich der Kilometerpreis. Fünf Minuten weniger Stillstand sparen je nach Stadt zwischen 2,08 € (Dresden, 25 €/h) und 3,58 € (Düsseldorf, 43 €/h). Stellen Sie deshalb im Rechner für nächtliche Fahrten eine geringere Wartezeit ein als für Fahrten zur Hauptverkehrszeit.

Feiertage und Sonderfälle

Wo es einen Sonn- und Feiertagstarif gibt, richtet er sich nach den gesetzlichen Feiertagen des jeweiligen Bundeslandes. Heiligabend und Silvester sind keine gesetzlichen Feiertage; ob dafür Sonderregeln gelten, steht in der jeweiligen Tarifordnung. Ein pauschaler Aufschlag für Großveranstaltungen, Messen oder schlechtes Wetter ist im Pflichtfahrgebiet nicht erlaubt — der Tarif gilt unabhängig von der Nachfrage.

Planbar fahren mit Festpreis

Wer nachts eine längere Strecke fahren muss, etwa zum Flughafen, kann in vielen Städten bei Bestellung einen Festpreis vereinbaren. Er liegt innerhalb eines vom Tarif vorgegebenen Korridors um den Taxameterpreis. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Mit dem Taxi zum Flughafen. Den Überblick über alle Preisbestandteile gibt der Leitartikel Taxikosten berechnen.

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