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Promille berechnen: Die Widmark-Formel erklärt

Redaktion
11 Min. Lesezeit
2026-07-03
Promille berechnen: Die Widmark-Formel erklärt

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Wie viel Promille habe ich? Die Widmark-Formel gibt eine Antwort

Nach einem Abend mit ein paar Getränken stellt sich fast jeder irgendwann dieselbe Frage: Wie viel Alkohol habe ich eigentlich im Blut? Eine exakte Antwort liefert nur ein Atem- oder Bluttest. Für eine grobe Abschätzung nutzt man seit fast hundert Jahren die Widmark-Formel — dieselbe Grundformel, die auch der <a href="/promillerechner">Promillerechner</a> verwendet. In diesem Artikel erklären wir Schritt für Schritt, wie sie funktioniert, welche Größen eingehen und warum das Ergebnis immer nur eine Schätzung bleiben kann.

Wer war Widmark?

Die Formel geht auf den schwedischen Chemiker und Rechtsmediziner Erik Matteo Prochet Widmark zurück, der sie in den 1920er- und 1930er-Jahren entwickelte. Widmark suchte nach einer Methode, um aus einer bekannten Trinkmenge die zu erwartende Blutalkoholkonzentration abzuleiten. Seine Arbeit wurde zur Grundlage der forensischen Alkoholbegutachtung und ist bis heute Bestandteil rechtsmedizinischer Gutachten.

Die Formel im Überblick

Im Kern ist die Widmark-Formel bemerkenswert einfach. Die Blutalkoholkonzentration (BAK) in Promille berechnet sich so: BAK = A ÷ (r × m). Dabei steht A für die aufgenommene Alkoholmenge in Gramm, r für den Reduktionsfaktor und m für das Körpergewicht in Kilogramm. Alle drei Größen schauen wir uns nun einzeln an.

Schritt 1: Die Alkoholmenge A

Zuerst müssen wir wissen, wie viel reinen Alkohol wir überhaupt getrunken haben. Die Menge in Gramm ergibt sich aus der getrunkenen Flüssigkeitsmenge in Millilitern, multipliziert mit dem Volumenprozent geteilt durch 100 und multipliziert mit der Dichte von Ethanol, die rund 0,8 Gramm pro Milliliter beträgt.

Ein Beispiel: Ein großes Bier mit 0,5 Litern und 5 Volumenprozent enthält 500 × 0,05 × 0,8 = 20 Gramm reinen Alkohol. Ein Glas Wein mit 0,2 Litern und 11 Prozent kommt auf 200 × 0,11 × 0,8 = 17,6 Gramm. Ein Schnaps mit 4 Zentilitern und 40 Prozent liefert 40 × 0,40 × 0,8 = 12,8 Gramm. Wer mehrere Getränke konsumiert, addiert einfach die Einzelmengen. Genau diese Summe bildet der <a href="/promillerechner">Promillerechner</a> über seinen Getränke-Baukasten automatisch.

Schritt 2: Der Reduktionsfaktor r

Alkohol verteilt sich nicht im gesamten Körper gleichmäßig, sondern vor allem im Körperwasser. Der Reduktionsfaktor r beschreibt, welcher Anteil des Körpergewichts als Verteilungsraum dient. Da Männer im Durchschnitt einen höheren Körperwasseranteil haben als Frauen, gelten unterschiedliche Werte: rund 0,7 für Männer und 0,6 für Frauen.

Diese Zahlen sind statistische Mittelwerte. Der individuelle Faktor hängt vom Verhältnis zwischen Muskel- und Fettgewebe ab — Muskeln enthalten mehr Wasser als Fett. Eine durchtrainierte Person hat tendenziell einen höheren Faktor als eine Person mit hohem Körperfettanteil. In der Praxis rechnet man dennoch mit den Standardwerten, weil die genaue Körperzusammensetzung selten bekannt ist.

Schritt 3: Das Körpergewicht m

Das Körpergewicht geht direkt in die Formel ein: Je schwerer eine Person, desto größer das Verteilungsvolumen und desto niedriger die Konzentration bei gleicher Alkoholmenge. Deshalb erreicht eine leichte Person nach denselben Getränken einen höheren Promillewert als eine schwere.

Ein vollständiges Rechenbeispiel

Nehmen wir einen Mann mit 80 Kilogramm, der zwei große Bier getrunken hat. Die Alkoholmenge beträgt 2 × 20 = 40 Gramm. Der Reduktionsfaktor ist 0,7, das Gewicht 80 Kilogramm. Damit ergibt sich ein Höchstwert von 40 ÷ (0,7 × 80) = 40 ÷ 56 ≈ 0,71 Promille. Berücksichtigt man zusätzlich das Resorptionsdefizit, sinkt der Wert auf rund 0,64 Promille. Das ist der Spitzenwert direkt nach der vollständigen Aufnahme — noch bevor der Körper mit dem Abbau nennenswert vorangekommen ist.

Das Resorptionsdefizit

Nicht der gesamte getrunkene Alkohol landet im Blut. Ein Teil wird bereits im Magen und Darm abgebaut oder gar nicht erst aufgenommen. Dieses Resorptionsdefizit wird meist mit etwa 10 Prozent angesetzt, sodass nur rund 90 Prozent des Alkohols wirksam werden. Der <a href="/promillerechner">Promillerechner</a> berücksichtigt dieses Defizit standardmäßig, lässt sich aber auf den ungünstigeren Wert ohne Abzug umstellen. In gerichtlichen Rückrechnungen wird zur Sicherheit des Beschuldigten oft ohne Resorptionsdefizit gerechnet.

Der Alkoholabbau über die Zeit

Die Widmark-Formel liefert zunächst nur den Höchstwert. Danach baut der Körper den Alkohol kontinuierlich ab — überwiegend in der Leber. Als Faustwert sinkt die BAK um etwa 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde, im Mittel rund 0,15 Promille. Dieser Abbau ist weitgehend konstant und lässt sich durch nichts beschleunigen: Kaffee, kalte Duschen, Bewegung oder ein deftiges Essen helfen nicht. Nur Zeit senkt den Wert.

Um vom Höchstwert auf die aktuelle BAK zu kommen, zieht man das Produkt aus Abbaurate und den seit Trinkbeginn vergangenen Stunden ab. In unserem Beispiel wären nach vier Stunden bei einer Abbaurate von 0,15 Promille rund 0,6 Promille abgebaut — der Mann läge dann bei etwa 0,04 Promille. Der Rechner stellt diesen Verlauf als Kurve dar und markiert die relevanten Grenzen von 0,5 und 0,3 Promille.

Warum das Ergebnis nur eine Schätzung ist

So elegant die Formel ist — sie arbeitet mit Durchschnittswerten und blendet viele individuelle Faktoren aus. Die tatsächliche BAK hängt unter anderem davon ab, wie voll der Magen war, wie schnell getrunken wurde, welche Medikamente im Spiel sind und wie die persönliche Körperzusammensetzung aussieht. Zwei Menschen mit gleichem Gewicht und gleicher Trinkmenge können deshalb deutlich unterschiedliche Werte haben.

Deshalb gilt: Der <a href="/promillerechner">Promillerechner</a> liefert eine grobe Orientierung, keine belastbare Messung. Er trifft ausdrücklich keine Aussage darüber, ob du fahrtüchtig bist, und ersetzt keinen Atem- oder Bluttest. Rechtlich zählt allein der gemessene Wert. Im Zweifel gilt die einfachste und sicherste Regel: nicht fahren.

Fazit

Die Widmark-Formel verbindet Alkoholmenge, Reduktionsfaktor und Körpergewicht zu einer schnellen Schätzung der Blutalkoholkonzentration. Wer die drei Größen versteht, kann nachvollziehen, warum Getränkestärke, Geschlecht und Gewicht so großen Einfluss haben. Nutze den <a href="/promillerechner">Promillerechner</a>, um dein persönliches Beispiel durchzurechnen — und behandle das Ergebnis stets als das, was es ist: eine unverbindliche Näherung.

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