Wie lange dauert es, bis der Alkohol wieder weg ist?
Nach einem geselligen Abend taucht früher oder später dieselbe Frage auf: Wann bin ich eigentlich wieder nüchtern? Die ehrliche Antwort lautet — es dauert länger, als die meisten glauben, und beschleunigen lässt es sich nicht. Der Körper baut Alkohol in einem weitgehend festen Tempo ab, ganz gleich, was man dazwischen tut. In diesem Artikel erklären wir, wie schnell der Abbau wirklich geht, warum keiner der bekannten Tricks funktioniert und wie du deine grobe Restzeit einschätzt. Für eine erste Orientierung hilft der <a href="/promillerechner">Promillerechner</a>.
Der Körper baut rund 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde ab
Den größten Teil des Alkohols — etwa 90 bis 95 Prozent — baut die Leber ab. Ein kleiner Rest verlässt den Körper über Atem, Schweiß und Urin. Entscheidend ist: Dieser Abbau verläuft nahezu linear, also mit ungefähr gleichbleibender Geschwindigkeit, unabhängig davon, wie hoch der Wert gerade ist. Als Faustwert sinkt die Blutalkoholkonzentration um etwa 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde, im Mittel rund 0,15 Promille. Frauen und Männer unterscheiden sich beim Abbautempo kaum — der Unterschied liegt vor allem in der Aufnahme, nicht im Abbau.
Das klingt wenig, summiert sich aber. Wer abends auf einen Höchstwert von 1,0 Promille kommt, braucht bei 0,1 Promille pro Stunde rechnerisch rund zehn Stunden, bis er wieder bei null ist. Selbst bei der optimistischeren Rate von 0,15 Promille sind es noch fast sieben Stunden. Der Alkohol arbeitet also die halbe Nacht in dir weiter, während du längst schläfst.
Warum sich der Abbau nicht beschleunigen lässt
Die Geschwindigkeit des Abbaus wird von der Leistungsfähigkeit deiner Leber bestimmt, und die arbeitet in ihrem eigenen Takt. Weder Kaffee noch kalte Duschen, frische Luft, Sport oder ein fettiges Essen ändern etwas an diesem Takt. All das sind hartnäckige Mythen.
Kaffee etwa macht wacher, weil das Koffein die Müdigkeit überdeckt — der Promillewert bleibt davon völlig unberührt. Das ist sogar tückisch: Man fühlt sich fitter, als man ist, und überschätzt sich. Eine kalte Dusche weckt den Kreislauf, senkt aber keinen einzigen Promillewert. Bewegung und Schwitzen scheiden nur einen verschwindend kleinen Teil des Alkohols aus. Und Essen hilft nur vor oder während des Trinkens, weil ein voller Magen die Aufnahme verlangsamt — ist der Alkohol erst im Blut, bringt Nachessen nichts mehr.
Was tatsächlich das Tempo beeinflusst
Es gibt individuelle Unterschiede, aber sie liegen außerhalb deiner kurzfristigen Kontrolle. Regelmäßig stark trinkende Menschen bauen tendenziell etwas schneller ab, weil ihre Leber daran gewöhnt ist — ein zweifelhafter Vorteil, der mit gesundheitlichen Schäden erkauft wird. Auch die Körperzusammensetzung, die Tagesform, Medikamente und Erkrankungen der Leber spielen eine Rolle. Für den Einzelfall lässt sich das kaum vorhersagen, weshalb jede Berechnung nur eine grobe Näherung bleibt.
So schätzt du deine Restzeit grob ab
Um zu überschlagen, wie lange es noch dauert, brauchst du zwei Dinge: deinen ungefähren Höchstwert und die Abbaurate. Den Höchstwert schätzt der <a href="/promillerechner">Promillerechner</a> aus deinen Getränken, deinem Gewicht und deinem Geschlecht nach der Widmark-Formel. Teilst du diesen Wert durch die Abbaurate, erhältst du die ungefähre Zahl der Stunden bis zur Nüchternheit.
Ein Beispiel: Bei einem geschätzten Höchstwert von 0,8 Promille und einer vorsichtigen Abbaurate von 0,1 Promille pro Stunde dauert es rechnerisch rund acht Stunden, bis der Wert bei null liegt. Rechne zur Sicherheit immer mit der niedrigeren Abbaurate — dann liegst du auf der sicheren Seite und unterschätzt die Dauer nicht. Der Rechner zeigt dir außerdem, wann du rechnerisch wieder unter 0,5 und 0,3 Promille fällst.
Warum das nur eine Schätzung ist
So nützlich diese Faustregeln sind — sie ersetzen keine Messung. Der tatsächliche Abbau schwankt individuell, und schon der Ausgangswert ist unsicher. Deshalb kann und darf der <a href="/promillerechner">Promillerechner</a> keine Aussage darüber treffen, ob du fahrtüchtig bist. Er ersetzt keinen Atem- oder Bluttest. Plane immer einen großzügigen Sicherheitspuffer ein und verlasse dich nie auf die Minute genau auf eine Rechnung.
Fazit
Alkohol verlässt den Körper langsam und in seinem eigenen Tempo: rund 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde, mehr geht nicht. Kaffee, kalte Duschen und frische Luft machen wacher, aber nicht nüchterner. Nur Zeit senkt den Wert. Wer am nächsten Tag noch fahren will, sollte großzügig rechnen — und im Zweifel das Auto stehen lassen.
