Kinderdepot 2026: So legen Sie Geld fürs Kind richtig an

Redaktion
12 Min. Lesezeit
2026-09-30
Kinderdepot 2026: So legen Sie Geld fürs Kind richtig an

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Viele Eltern wollen früh etwas für ihr Kind zur Seite legen: für den Führerschein, die Ausbildung, das Studium oder den Start in die erste Wohnung. Das Sparbuch bringt dafür kaum noch etwas. Immer mehr Familien eröffnen deshalb ein Kinderdepot und legen darin einen ETF-Sparplan an. Dieser Leitfaden erklärt, wie ein Kinderdepot funktioniert, was aus kleinen Beträgen werden kann, wie die Steuer läuft und welche Stolperfallen Sie kennen sollten.

Sie wollen direkt Ihre eigenen Zahlen sehen? Mit dem Kinderdepot-Rechner stellen Sie Alter, Sparrate und Rendite ein und sehen sofort den Depotwert, die Steuer und alle Warnhinweise.

Was ist ein Kinderdepot?

Ein Kinderdepot, oft auch Juniordepot genannt, ist ein ganz normales Wertpapierdepot. Der Unterschied: Es läuft auf den Namen des Kindes. Die Eltern eröffnen und verwalten es als gesetzliche Vertreter. Bei gemeinsamem Sorgerecht müssen in der Regel beide Elternteile zustimmen. Für die Eröffnung brauchen Sie meist die Geburtsurkunde und die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes.

Wichtig ist der rechtliche Kern: Das Geld im Kinderdepot gehört dem Kind. Jede Einzahlung ist eine Schenkung an das Kind. Eltern dürfen das Geld nur im Interesse des Kindes verwenden, nicht für eigene Zwecke. Mit dem 18. Geburtstag geht die volle Verfügung auf das Kind über.

Warum ein ETF-Sparplan?

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Fonds, der einen Index nachbildet, zum Beispiel einen weltweiten Aktienindex mit mehreren tausend Unternehmen. So streut schon ein kleiner Betrag über viele Firmen und Länder. Die laufenden Kosten liegen bei breiten Index-ETFs meist nur bei 0,1 bis 0,3 % im Jahr.

Ein Sparplan kauft jeden Monat automatisch für einen festen Betrag Anteile. Viele Anbieter erlauben Sparpläne schon ab 1 bis 25 € im Monat. Der große Vorteil beim Kind ist die Zeit: Wer bei der Geburt startet, hat bis zum 18. Geburtstag 18 Jahre Anlagedauer. Schwankungen an der Börse gleichen sich über so lange Zeiträume erfahrungsgemäß deutlich besser aus als über zwei oder drei Jahre.

Was aus 25, 50 oder 100 € im Monat werden kann

Die folgende Tabelle zeigt einen Sparplan ab der Geburt bis zum 18. Geburtstag. Annahme: 6 % Rendite im Jahr und 0,2 % laufende Kosten. Das ist eine Modellrechnung, keine Garantie.

SparrateEingezahltDepotwert mit 18davon Zuwachs
25 €5.400 €9.337 €3.937 €
50 €10.800 €18.675 €7.875 €
100 €21.600 €37.349 €15.749 €
150 €32.400 €56.024 €23.624 €

Fast die Hälfte des Endbetrags stammt aus dem Zinseszinseffekt. Genau deshalb lohnt sich ein früher Start: Wer erst mit 6 Jahren beginnt und 50 € im Monat spart, hat mit 18 rund 10.268 € – also gut 8.400 € weniger als beim Start ab Geburt.

Die Rendite schwankt. Bei 4 % statt 6 % würden aus 50 € im Monat rund 15.369 €, bei 8 % rund 22.815 €. Der Rechner zeigt Ihnen diese Spannbreite für Ihre eigenen Zahlen.

Die Steuer: Warum das Kinderdepot oft steuerfrei bleibt

Hier liegt der größte Vorteil gegenüber einem Depot auf den Namen der Eltern. Ein Kind ist steuerlich eine eigene Person mit eigenen Freibeträgen:

  1. Sparer-Pauschbetrag: 1.000 € Kapitalerträge im Jahr sind für jede Person steuerfrei, auch für ein Baby.
  2. Grundfreibetrag: 2026 bleiben 12.348 € Einkommen im Jahr steuerfrei. Hat das Kind keine anderen Einkünfte, gilt das auch für Kapitalerträge.
  3. Sonderausgaben-Pauschbetrag: weitere 36 €.

Zusammen bleiben so bis zu 13.384 € Kapitalerträge im Jahr steuerfrei. Damit die Bank gar keine Steuer abzieht, beantragen Sie beim Finanzamt eine NV-Bescheinigung (Nichtveranlagungsbescheinigung). Bis 1.000 € reicht ein einfacher Freistellungsauftrag bei der Bank. Bei Aktien-ETFs kommt noch die Teilfreistellung dazu: Nur 70 % der Erträge sind überhaupt steuerpflichtig.

Zum Vergleich: Liegen dieselben 50 € im Monat in einem Depot der Eltern, deren Sparer-Pauschbetrag schon durch eigenes Sparen ausgeschöpft ist, fallen bis zum 18. Geburtstag rund 1.454 € Steuern an. Im Kinderdepot sind es 0 €. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Kinderdepot und Steuern.

Kinderdepot und Frühstart-Rente: zwei verschiedene Töpfe

Ab 2027 soll es zusätzlich die Frühstart-Rente geben. Der Staat zahlt dann für jedes Kind vom 6. bis zum 18. Geburtstag 10 € im Monat in ein eigenes Altersvorsorgedepot. Das Gesetz ist noch nicht beschlossen: Der Bundestag hat den Entwurf am 25. September 2026 in erster Lesung beraten. Starten sollen die Jahrgänge 2020 und 2021, jüngere Kinder rücken mit 6 Jahren nach.

Der Unterschied zum Kinderdepot ist groß: Das Geld der Frühstart-Rente ist bis zur Rente gebunden und kann grundsätzlich erst ab 65 ausgezahlt werden. Das Kinderdepot ist dagegen frei verfügbar. Die beiden Wege ergänzen sich also: Das Kinderdepot für Ausbildung und Start ins Leben, die Frühstart-Rente für das Alter. Aus den staatlichen 1.440 € können bei rund 6 % Rendite bis zum Alter von 67 gut 35.000 € werden. Einzelheiten zeigt der Frühstart-Rente-Rechner.

Die Stolperfallen

Ein Kinderdepot hat nicht nur Vorteile. Drei Punkte sollten Sie vorher kennen:

  1. Ab 18 entscheidet das Kind allein. Eltern können nicht verhindern, dass das Geld für etwas anderes ausgegeben wird als geplant.
  2. Familienversicherung: Familienversicherte Kinder dürfen 2026 höchstens 565 € Gesamteinkommen im Monat haben. Kapitalerträge nach Abzug des Pauschbetrags zählen mit. Wer ein großes Depot in einem Jahr komplett verkauft, kann darüber liegen.
  3. BAföG: Beim BAföG zählt das Vermögen des Studierenden. Unter 30 Jahren sind 15.000 € frei, darüber wird angerechnet.

Wie Sie diese Punkte umgehen, lesen Sie im Artikel Kinderdepot-Stolperfallen.

Wer darf einzahlen?

Nicht nur Eltern. Auch Großeltern, Paten oder Verwandte können auf das Kinderdepot einzahlen. Das ist praktisch für Geldgeschenke zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Im Rechner können Sie solche Geschenke als jährlichen Betrag eintragen. Beispiel: 50 € Sparrate plus 300 € Geschenke im Jahr ergeben nach 18 Jahren rund 27.773 €.

Schenkungsteuer spielt dabei praktisch keine Rolle: Jedes Elternteil kann einem Kind alle zehn Jahre 400.000 € steuerfrei schenken, Großeltern 200.000 €.

So starten Sie in fünf Schritten

  1. Legen Sie ein Ziel fest: Was soll das Geld später bezahlen, und wie viel möchten Sie ungefähr erreichen?
  2. Rechnen Sie mit dem Kinderdepot-Rechner aus, welche Sparrate Sie dafür brauchen.
  3. Vergleichen Sie die Kosten der Anbieter: Depotgebühr, Sparplankosten und laufende Kosten des ETFs.
  4. Eröffnen Sie das Depot auf den Namen des Kindes und richten Sie den Sparplan ein.
  5. Stellen Sie einen Freistellungsauftrag, und später bei höheren Erträgen eine NV-Bescheinigung.

Fazit

Ein Kinderdepot mit ETF-Sparplan ist für viele Familien der einfachste Weg, über lange Zeit Vermögen für das Kind aufzubauen. Die eigenen Freibeträge des Kindes machen es meist komplett steuerfrei. Dafür gehört das Geld unwiderruflich dem Kind. Wer das bewusst plant und die Grenzen bei Familienversicherung und BAföG im Blick hat, macht wenig falsch. Die Rechenbeispiele sind Modellrechnungen und keine Anlageberatung.

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