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Diesel vs. Benziner: Kfz-Steuer-Vergleich 2026

Redaktion
5 Min. Lesezeit
2026-02-15
Diesel vs. Benziner: Kfz-Steuer-Vergleich 2026

Warum zahlen Diesel mehr Kfz-Steuer?

Auf den ersten Blick erscheint die Kfz-Steuer für Dieselfahrzeuge unfair: Der Hubraum-Satz beträgt 9,50 Euro pro angefangene 100 ccm — fast fünfmal so viel wie die 2,00 Euro für Benziner. Doch dieser Aufschlag hat einen konkreten Grund: Die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer) auf Dieselkraftstoff ist in Deutschland deutlich niedriger als auf Benzin. Pro Liter zahlen Dieselfahrer rund 18 Cent weniger Energiesteuer. Die höhere Kfz-Steuer soll diesen Vorteil an der Tankstelle teilweise kompensieren.

Vergleich der Hubraum-Sätze

Der Unterschied wird besonders bei größeren Motoren deutlich. Ein 1.500-ccm-Benziner zahlt 30 Euro Hubraum-Anteil pro Jahr. Ein 1.500-ccm-Diesel hingegen 150 Euro — also fünfmal so viel. Bei einem 2.000-ccm-Motor wird die Differenz noch größer: 40 Euro (Benzin) gegen 190 Euro (Diesel). Der Hubraum-Nachteil des Diesels ist also erheblich und beträgt je nach Motorisierung 120 bis 300 Euro pro Jahr.

Diesels haben oft niedrigeren CO2-Ausstoß

Dieselmotoren sind in der Regel effizienter als Benziner gleicher Leistungsklasse und stoßen pro Kilometer weniger CO2 aus. Bei einem VW Golf beispielsweise liegt der 1.5 TSI (Benzin) bei etwa 130–140 g/km CO2 (WLTP), während der 2.0 TDI (Diesel) trotz größerem Hubraum nur auf 115–125 g/km kommt. Dadurch fällt der CO2-Anteil der Kfz-Steuer beim Diesel niedriger aus — das kompensiert einen Teil des Hubraum-Nachteils.

Konkreter Vergleich: VW Golf 1.5 TSI vs. 2.0 TDI

Rechnen wir ein konkretes Beispiel durch: Der VW Golf 1.5 TSI (Benzin, 1.498 ccm, 130 g/km CO2, Erstzulassung 2024) zahlt: Hubraum-Anteil: 15 x 2,00 Euro = 30,00 Euro. CO2-Anteil: 20 g (96–115) x 2,00 Euro + 15 g (116–130) x 2,50 Euro = 40,00 + 37,50 = 77,50 Euro. Gesamt: 107,50 Euro pro Jahr.

Der VW Golf 2.0 TDI (Diesel, 1.968 ccm, 120 g/km CO2, Erstzulassung 2024) zahlt: Hubraum-Anteil: 20 x 9,50 Euro = 190,00 Euro. CO2-Anteil: 20 g (96–115) x 2,00 Euro + 5 g (116–120) x 2,50 Euro = 40,00 + 12,50 = 52,50 Euro. Gesamt: 242,50 Euro pro Jahr.

Der Diesel zahlt also 135 Euro mehr Kfz-Steuer pro Jahr — trotz niedrigerem CO2-Ausstoß.

Break-Even-Analyse: Ab welcher Fahrleistung lohnt sich Diesel?

Die höhere Kfz-Steuer des Diesels wird durch den niedrigeren Verbrauch und den günstigeren Kraftstoffpreis an der Tankstelle teilweise ausgeglichen. Beim Golf-Vergleich verbraucht der TDI etwa 4,5 l/100 km, der TSI rund 5,8 l/100 km. Bei einem Dieselpreis von 1,55 Euro und einem Benzinpreis von 1,70 Euro ergibt sich ein Kostenvorteil des Diesels von etwa 2,9 Cent pro Kilometer.

Um die 135 Euro Steuermehrbelastung auszugleichen, müsste der Golf TDI also mindestens 4.700 km pro Jahr gefahren werden. Ab dieser Fahrleistung ist der Diesel insgesamt günstiger. Bei der typischen Nutzung eines Neuwagens (12.000–15.000 km/Jahr) spart der Diesel damit unterm Strich rund 200–300 Euro jährlich gegenüber dem Benziner — trotz höherer Kfz-Steuer.

Fazit: Diesel lohnt sich nur für Vielfahrer

Die Kfz-Steuer allein spricht klar gegen den Diesel. Der deutlich höhere Hubraum-Satz von 9,50 Euro vs. 2,00 Euro sorgt für eine Mehrbelastung von 100–300 Euro pro Jahr. Erst ab einer Jahresfahrleistung von etwa 5.000–8.000 km (je nach Modell) gleicht der günstigere Kraftstoffverbrauch diese Mehrkosten aus. Für Wenigfahrer, Stadtfahrer und Kurzstreckenpendler ist ein Benziner oder Hybrid steuerlich fast immer die bessere Wahl.