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Stundensatz als Freelancer berechnen: Der komplette Leitfaden 2026Ratgeber

Stundensatz als Freelancer berechnen: Der komplette Leitfaden 2026

Warum die meisten Freelancer zu wenig verlangen und wie du deinen fairen Stundensatz Schritt für Schritt berechnest.

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Dein Mindest-Stundensatz ergibt sich aus drei Bausteinen: Erstens dein gewünschtes Netto-Jahreseinkommen, das du durch 1–(Steuersatz) dividierst, um den benötigten Brutto-Gewinn zu ermitteln. Zweitens addierst du deine jährlichen Betriebskosten (Büro, Software, Versicherungen, Steuerberater). Drittens teilst du die Summe durch deine realistisch abrechenbaren Stunden pro Jahr — Urlaubstage, Feiertage, Krankheit und Verwaltungszeit bereits abgezogen. Vergiss nie: Als Freelancer zahlst du alle Sozialabgaben selbst.

Ein «guter» Stundensatz hängt stark von Branche, Erfahrung und Region ab. IT-Freelancer (Entwickler, Data Scientists) erzielen in Deutschland typischerweise 80–150 €/h, Unternehmensberater 90–180 €/h, Designer und Texter 50–90 €/h. Einsteiger starten oft bei 40–60 €/h. Wichtiger als der Marktvergleich ist, ob dein Satz alle Kosten und ein ausreichendes Einkommen abdeckt. Unser Rechner zeigt dir genau, ab welchem Stundensatz du kostendeckend arbeitest.

Freelancer müssen alle Kosten selbst tragen, die Angestellte oft vergessen: Kranken- und Pflegeversicherung (ca. 350–800 €/Monat gesetzlich), Rentenversicherung (freiwillig, empfohlen mind. 10–15 % des Einkommens), Berufshaftpflicht, Steuerberaterkosten, Hardware und Software, Büro oder Coworking, Weiterbildung sowie Marketing und Akquise. Außerdem musst du Einkommensteuer-Vorauszahlungen und ggf. Umsatzsteuer einplanen. Realistisch kommen so schnell 20–40 % Overhead zusammen.

Ein Jahr hat 52 Wochen à 5 Arbeitstage = 260 Tage. Davon gehen typischerweise ab: 25–30 Urlaubstage, 10–13 Feiertage, 5–10 Krankheitstage, 10–15 Weiterbildungstage. Von den verbleibenden Tagen ist zudem oft 20–30 % der Zeit für Verwaltung, Akquise und Administration nicht abrechenbar. Realistisch bleiben 900–1.400 abrechenbare Stunden pro Jahr. Wer mit 1.800–2.000 Stunden kalkuliert, unterschätzt seinen benötigten Stundensatz massiv.

Nein — das ist einer der größten Vorteile des Freiberuflerstatus. Freiberufler im Sinne von §18 EStG (z.B. Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten, IT-Berater, Journalisten, Designer) zahlen keine Gewerbesteuer. Einzelunternehmer und GmbHs hingegen unterliegen der Gewerbesteuer ab einem Freibetrag von 24.500 € Gewinn. Ob du Freiberufler oder Gewerbetreibender bist, entscheidet das Finanzamt anhand deiner Tätigkeit — im Zweifel kläre das mit einem Steuerberater.

Die Künstlersozialkasse (KSK) ist eine staatliche Einrichtung, über die selbstständige Künstler und Publizisten günstig in die gesetzliche Sozialversicherung aufgenommen werden. Mitglieder zahlen nur den Arbeitnehmeranteil — der Arbeitgeberanteil wird durch einen Bundeszuschuss (20 %) und eine Abgabe der Auftraggeber (KSK-Abgabe, ca. 5 %) finanziert. Beitreten können Personen, die künstlerisch oder publizistisch selbstständig tätig sind, mind. 3.900 € pro Jahr verdienen und dies hauptsächlich tötigkeit ausführen. Die jährliche Ersparnis beträgt oft mehrere Tausend Euro.

Beide Modelle haben Vor- und Nachteile. Der Stundensatz ist transparent und schützt dich bei kleinen Aufträgen vor Mehrarbeit ohne Bezahlung. Der Tagessatz (typisch 8h) ist in vielen Branchen, vor allem Consulting und IT, der Standard — er macht Angebote einfacher und reduziert administrativen Aufwand. Projektpauschalen sind am profitabelsten, wenn du den Scope genau kennst und schnell arbeitest. Als Faustregel gilt: Tagessatz = Stundensatz × 7 (nicht 8, da ein produktiver Tag nur ca. 6–7h abrechenbare Arbeit enthält).

Eine Auslastungsquote von 70–80 % ist für Freelancer realistisch und gesund. 100 % ist praktisch unmöglich — du brauchst Zeit für Akquise, Verwaltung, Angebote und Pausen zwischen Projekten. Wer unter 60 % ausgelastet ist, sollte aktiv mehr Akquise betreiben oder seinen Zielmarkt überdenken. Über 90 % führt langfristig zu Burnout und lässt keinen Puffer für neue Chancen. Unser Rechner zeigt, wie die Auslastung deinen Mindest-Stundensatz direkt beeinflusst.

Da Freelancer nicht automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen (Ausnahme: Handwerker, Lehrer, Hebammen), müssen sie privat vorsorgen. Finanzexperten empfehlen 10–20 % des Bruttoumsatzes für die Altersvorsorge zurückzulegen. Beliebte Optionen sind: Rürup-Rente (steuerlich absetzbar bis 27.566 €, 2026), ETF-Sparpläne, Immobilien oder freiwillige Einzahlungen in die DRV. Starte frühzeitig — bei einem 35-Jährigen macht 10 Jahre später starten einen Unterschied von Tausenden Euro Rentenlücke.

Erfahrene Freelancer empfehlen, den Stundensatz mindestens einmal jährlich zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Anlässe für eine Erhöhung: gestiegene Lebenshaltungskosten (Inflation 2–3 % p.a. sind normal), neue Qualifikationen oder Zertifikate, konstant hohe Auslastung (Warteliste), steigende Expertise in einer Nische oder wenn Kunden ohne Verhandeln zusagen. Üblich sind Erhöhungen von 5–15 % für Bestandskunden — neue Kunden berechne direkt zum neuen Satz. Kommuniziere Änderungen 4–8 Wochen im Voraus.