R

Kirchensteuer: Lohnt sich ein Austritt finanziell?

Redaktion
5 Min. Lesezeit
2026-02-01
Kirchensteuer: Lohnt sich ein Austritt finanziell?

Was ist die Kirchensteuer?

Die Kirchensteuer ist eine Abgabe, die Mitglieder bestimmter Religionsgemeinschaften in Deutschland zusätzlich zur Einkommensteuer zahlen. Sie beträgt 8 % der Einkommensteuer in Bayern und Baden-Württemberg und 9 % in allen anderen Bundesländern.

Wie viel kostet die Kirchensteuer?

Die Höhe der Kirchensteuer hängt direkt von Ihrer Einkommensteuer ab. Beispielrechnungen für Steuerklasse I, keine Kinder, NRW (9 %): Bei 2.500 € brutto zahlen Sie ca. 13 € Kirchensteuer pro Monat. Bei 3.500 € brutto sind es ca. 30 € und bei 5.000 € brutto ca. 60 € monatlich. Über ein Jahr summiert sich das auf 156 € bis 720 €.

Wie funktioniert der Kirchenaustritt?

Der Kirchenaustritt erfolgt in den meisten Bundesländern beim Standesamt oder Amtsgericht. Die Kosten variieren je nach Bundesland: In vielen Bundesländern fallen Gebühren zwischen 10 € und 35 € an, in Brandenburg und Bremen ist der Austritt kostenlos. Die Kirchensteuerpflicht endet in der Regel zum Ende des Austrittsmonats.

Lohnt sich der Austritt finanziell?

Rein finanziell gesehen: Ja, fast immer. Bei einem durchschnittlichen Gehalt von 3.500 € brutto sparen Sie durch den Austritt rund 360 € im Jahr. Bei höheren Einkommen steigt die Ersparnis entsprechend. Allerdings sollten neben dem finanziellen Aspekt auch persönliche, soziale und kulturelle Faktoren berücksichtigt werden.

Was ändert sich nach dem Austritt?

Nach dem Kirchenaustritt entfällt die Kirchensteuerpflicht. Kirchliche Trauungen, Taufen und Beerdigungen sind grundsätzlich nicht mehr möglich (Ausnahmen je nach Gemeinde). Der Zugang zu kirchlichen Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen wird nicht automatisch eingeschränkt, kann aber bei manchen Trägern ein Thema sein.