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Kinder-BMI vs. Erwachsenen-BMI: Warum 18,5 und 25 bei Kindern nicht gelten

Redaktion
5 Min. Lesezeit
2026-09-24
Kinder-BMI vs. Erwachsenen-BMI: Warum 18,5 und 25 bei Kindern nicht gelten

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Dieselbe Formel, andere Bewertung

Der BMI wird bei Kindern genauso berechnet wie bei Erwachsenen: Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Größe in Metern zum Quadrat. Trotzdem wäre es ein Fehler, die bekannten Grenzwerte von 18,5 für Untergewicht und 25 für Übergewicht auf Kinder zu übertragen. Warum das so ist und wie die Bewertung stattdessen funktioniert, zeigt dieser Beitrag.

Warum feste Grenzwerte bei Kindern nicht funktionieren

Bei Erwachsenen ist der Körperbau weitgehend stabil. Bei Kindern verändert sich das Verhältnis von Gewicht zu Größe dagegen ständig. Ein Säugling nimmt im ersten Lebensjahr viel an Gewicht zu, im Kleinkindalter wachsen Kinder vor allem in die Länge, und in der Pubertät bauen sie Muskeln und Knochenmasse auf. Der typische BMI liegt deshalb je nach Alter ganz unterschiedlich hoch.

Ein paar Zahlen aus den deutschen Referenzwerten machen das deutlich. Der Median-BMI eines fünfjährigen Jungen liegt bei 15,4, der einer 17-jährigen jungen Frau bei 21,3. Nach Erwachsenen-Maßstäben wären fast alle Grundschulkinder untergewichtig — was offensichtlich nicht stimmt.

Ein Beispiel: BMI 17

Wie stark die Bewertung vom Alter abhängt, zeigt ein BMI von 17:

1. Bei einem einjährigen Jungen liegt BMI 17 etwa auf der 56. Perzentile — genau im Mittelfeld.

2. Bei einem fünfjährigen Jungen liegt derselbe Wert etwa auf der 83. Perzentile — im oberen Normalbereich.

3. Bei einem achtjährigen Mädchen entspricht BMI 17 etwa der 67. Perzentile.

4. Bei einem 15-jährigen Mädchen liegt BMI 17 etwa auf der 8. Perzentile — nach AGA-Definition im Bereich Untergewicht.

Nach Erwachsenen-Grenzwerten wären alle vier Kinder untergewichtig. Die Perzentilen zeigen dagegen ein völlig anderes, realistisches Bild.

Ein zweites Beispiel: BMI 24

Auch in die andere Richtung führen Erwachsenen-Werte in die Irre. Ein BMI von 24 gilt bei Erwachsenen als Normalgewicht. Bei einem zehnjährigen Jungen liegt dieser Wert aber etwa auf der 98. Perzentile und damit nach AGA-Definition im Bereich Adipositas. Wer hier mit dem Erwachsenen-Maßstab rechnet, übersieht einen Wert, der ärztlich angeschaut werden sollte.

Die Lösung: Perzentilen

Statt fester Grenzwerte werden Kinder mit Gleichaltrigen desselben Geschlechts verglichen. Die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) empfiehlt dafür die deutschen Referenzwerte nach Kromeyer-Hauschild. Über der 90. Perzentile spricht man von Übergewicht, über der 97. von Adipositas, unter der 10. von Untergewicht. Der BMI-Rechner für Kinder nimmt Ihnen diese Einordnung ab.

Der Übergang mit 18 Jahren

Die Referenzwerte für Kinder reichen bis zum 18. Geburtstag. Sie wurden so gestaltet, dass sie am Ende fast nahtlos in die Erwachsenen-Grenzwerte übergehen. Bei 18-Jährigen entspricht ein BMI von 25 ungefähr der 83. bis 85. Perzentile, ein BMI von 30 etwa der 97. bis 98. Perzentile, und ein BMI von 18,5 etwa der 8. bis 9. Perzentile. Ab 18 Jahren ist der BMI-Rechner für Erwachsene das passende Werkzeug.

Gemeinsamkeiten und Grenzen

Eines haben Kinder- und Erwachsenen-BMI gemeinsam: Sie unterscheiden nicht zwischen Muskeln und Fett und sagen nichts über die Fettverteilung aus. Beide sind Orientierungswerte, keine Diagnose. Bei Kindern kommt hinzu, dass sich die Werte mit dem Wachstum verändern. Ein einzelner Wert ist deshalb nur eine Momentaufnahme — aussagekräftig wird er erst im Verlauf und im Gespräch mit der Kinderarztpraxis.

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