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BMI bei Jugendlichen: Was sich in der Pubertät verändert

Redaktion
5 Min. Lesezeit
2026-09-24
BMI bei Jugendlichen: Was sich in der Pubertät verändert

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Pubertät: Eine Zeit großer Veränderungen

In kaum einer Lebensphase verändert sich der Körper so stark wie in der Pubertät. Jugendliche wachsen in kurzer Zeit viele Zentimeter, Muskeln und Knochen entwickeln sich, und die Verteilung des Körperfetts verändert sich. All das wirkt sich auf den BMI aus. Wer den BMI eines Teenagers verstehen möchte, sollte diese Veränderungen kennen — und wissen, warum Erwachsenen-Grenzwerte hier noch nicht gelten.

Warum der BMI bei Jugendlichen steigt

Der BMI steigt vom Schulalter bis zum Ende der Pubertät kontinuierlich an. Bei Jungen liegt der Median nach den deutschen Referenzwerten mit 12 Jahren bei 18,0 und mit 17 Jahren bei 21,0. Bei Mädchen steigt er im gleichen Zeitraum von 18,2 auf 21,3. Ein BMI von 20, der bei einem Zwölfjährigen schon im oberen Normalbereich liegt, ist bei einem 17-Jährigen unterdurchschnittlich.

Mädchen und Jungen unterscheiden sich dabei deutlich. Mädchen kommen im Durchschnitt früher in die Pubertät. Zwischen etwa 11 und 16 Jahren haben sie im Median einen etwas höheren BMI als Jungen. Danach flacht der Anstieg bei Mädchen ab, während Jungen durch den Muskelaufbau weiter zulegen.

Früh- und Spätentwickler

Die Referenzkurven richten sich nach dem Kalenderalter, nicht nach dem Entwicklungsstand. Zwei 13-Jährige können sich aber um Jahre unterscheiden: Der eine ist bereits mitten im Wachstumsschub, der andere hat ihn noch vor sich. Frühentwickler liegen beim BMI oft vorübergehend höher, Spätentwickler niedriger. Diese Unterschiede gleichen sich später meist aus.

Für Eltern bedeutet das: Ein auffälliger Wert in der Pubertät sollte immer im Zusammenhang gesehen werden. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt kann einschätzen, in welcher Entwicklungsphase sich Ihr Kind befindet und ob der BMI dazu passt.

Muskeln oder Fett? Die Grenzen des BMI

Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskeln und Fett. Sportliche Jugendliche mit viel Muskelmasse können über der 90. Perzentile liegen, ohne dass zu viel Körperfett vorhanden ist. Umgekehrt kann ein unauffälliger BMI einen hohen Fettanteil verdecken, wenn wenig Muskulatur vorhanden ist. Ärztinnen und Ärzte beziehen deshalb weitere Angaben ein, etwa den Taillenumfang, die körperliche Aktivität und die Familiengeschichte.

Der Übergang zum Erwachsenen-BMI

Mit 18 Jahren endet die Referenz für Kinder und Jugendliche. Ab dann gelten die festen Grenzwerte für Erwachsene. Die deutschen Referenzwerte wurden für 15- bis 18-Jährige 2015 so angepasst, dass der Übergang fließend ist. Ein BMI von 25 entspricht bei 18-Jährigen ungefähr der 83. bis 85. Perzentile, ein BMI von 30 etwa der 97. bis 98. Perzentile — also etwa den Grenzen, die auch im Jugendalter gelten. Ab dem 18. Geburtstag nutzen Sie den BMI-Rechner für Erwachsene.

Wie Sie Jugendliche gut begleiten

Jugendliche sind in der Pubertät oft besonders sensibel, was ihren Körper angeht. Vergleiche mit anderen, Kommentare über das Aussehen oder Druck zum Abnehmen können das Selbstbild belasten. Hilfreicher ist es, über Wohlbefinden, Energie und Gesundheit zu sprechen statt über Zahlen. Wenn Ihr Kind selbst Fragen zu seinem Gewicht hat, ist die Kinder- und Jugendarztpraxis eine gute Anlaufstelle — auch für ein Gespräch unter vier Augen.

Achten Sie auch auf Warnzeichen in die andere Richtung: Starkes Abnehmen, auffälliges Essverhalten oder übermäßiger Sport können auf eine Essstörung hindeuten. Hier ist frühe ärztliche Hilfe besonders wichtig.

Zusammengefasst

Der BMI von Jugendlichen steigt mit dem Alter, verläuft bei Mädchen und Jungen unterschiedlich und schwankt mit dem Entwicklungstempo. Die Perzentile im BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche zeigt, wo Ihr Kind im Vergleich zu Gleichaltrigen steht. Für die Bewertung bleibt der Verlauf über mehrere Messungen entscheidend.

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