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Wärmepumpe und PV-Anlage kombinieren: So rechnet es sich besonders

Redaktion
9 Min. Lesezeit
2026-03-03
Wärmepumpe und PV-Anlage kombinieren: So rechnet es sich besonders

Warum Waermepumpe und PV-Anlage zusammengehoeren

Die Kombination von Waermepumpe und Photovoltaikanlage gilt als eine der effizientesten Moeglichkeiten, Heizkosten zu senken und den CO2-Ausstoss eines Gebaeudes drastisch zu reduzieren. Der Grund ist einfach: Eine Waermepumpe wandelt Strom in Waerme um, und eine PV-Anlage produziert Strom aus Sonnenlicht. Wenn Sie den PV-Strom direkt fuer die Waermepumpe nutzen, sparen Sie den teuren Netzbezug und machen sich unabhaengiger von steigenden Strompreisen.

In der Praxis funktioniert das so: Tagshueber, wenn die PV-Anlage Strom produziert, laeuft die Waermepumpe bevorzugt mit Solarstrom. Ein Pufferspeicher nimmt die ueberschuessige Waerme auf und gibt sie abends und nachts ab. Ein intelligentes Energiemanagement-System koordiniert PV-Erzeugung, Waermepumpe und gegebenenfalls einen Batteriespeicher optimal.

Die Kostenersparnis im Detail

Der groesste finanzielle Vorteil liegt im Unterschied zwischen den Stromgestehungskosten einer PV-Anlage (6 bis 10 Cent pro Kilowattstunde) und dem Netzbezugspreis (28 bis 35 Cent pro Kilowattstunde). Jede Kilowattstunde PV-Strom, die direkt fuer die Waermepumpe genutzt wird, spart also 18 bis 29 Cent.

Rechenbeispiel fuer ein typisches Einfamilienhaus: Die Waermepumpe benoetigt 6.000 kWh Strom pro Jahr. Ohne PV-Anlage bei 30 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich Stromkosten von 1.800 Euro. Mit PV-Anlage und 30 Prozent Eigenverbrauch (1.800 kWh PV-Strom zu 8 Cent plus 4.200 kWh Netzbezug zu 30 Cent) sinken die Kosten auf 1.404 Euro. Die jaehrliche Ersparnis betraegt 396 Euro.

Mit einem Batteriespeicher steigt der Eigenverbrauchsanteil auf 50 bis 60 Prozent. Bei 50 Prozent PV-Eigenverbrauch (3.000 kWh zu 8 Cent plus 3.000 kWh zu 30 Cent) liegen die Kosten bei nur 1.140 Euro. Das sind 660 Euro Ersparnis pro Jahr gegenueber reinem Netzbezug. Allerdings muss man die Kosten des Batteriespeichers (5.000 bis 10.000 Euro) gegenrechnen.

CO2-Bilanz: Nahezu klimaneutral heizen

Der oekologische Vorteil ist ebenso beeindruckend. PV-Strom hat praktisch keine CO2-Emissionen (nur die Herstellung der Module verursacht Emissionen, die sich nach 1 bis 2 Jahren amortisiert haben). Wenn 30 Prozent des Waermepumpen-Stroms aus der PV-Anlage kommen, reduziert sich der CO2-Ausstoss der Waermepumpe um 30 Prozent.

Bei 6.000 kWh Strombedarf und dem deutschen Strommix 2025 (366 g CO2 pro kWh) verursacht die Waermepumpe 2.196 kg CO2 pro Jahr. Mit 30 Prozent PV-Eigenverbrauch sinkt dieser Wert auf 1.537 kg. Zum Vergleich: Eine Gasheizung mit 20.000 kWh Verbrauch verursacht 4.020 kg CO2. Die Kombination aus Waermepumpe und PV spart also ueber 60 Prozent CO2 gegenueber Gas.

Die richtige PV-Anlagengroesse fuer die Waermepumpe

Die optimale PV-Anlagengroesse haengt vom Gesamtstromverbrauch des Haushalts ab, nicht nur vom Waermepumpen-Verbrauch. Als Faustregel gilt: Eine PV-Anlage mit 8 bis 12 kWp Leistung deckt den typischen Bedarf eines Einfamilienhauses mit Waermepumpe ab. Dabei ist zu beachten: Die PV-Produktion ist im Sommer am hoechsten, der Waermepumpen-Bedarf im Winter am groessten. Diese saisonale Diskrepanz begrenzt den Eigenverbrauchsanteil.

Ein Batteriespeicher (5 bis 10 kWh) kann die taeliche Verschiebung von PV-Ueberschuss in die Abendstunden uebernehmen, kann aber den saisonalen Unterschied nicht ausgleichen. Trotzdem ist der Batteriespeicher wirtschaftlich sinnvoll, da er auch den Haushaltsstrom-Eigenverbrauch erhoeht und so die Gesamtstromkosten weiter senkt.

Foerderung fuer die Kombination

Sowohl die Waermepumpe als auch die PV-Anlage werden getrennt gefoerdert. Fuer die Waermepumpe gibt es die BAFA-Foerderung (30 bis 70 Prozent). Die PV-Anlage wird ueber die Einspeiseverguetung nach dem EEG gefoerdert (aktuell 8,1 Cent pro kWh fuer Anlagen bis 10 kWp). Einen separaten Kombinationsbonus gibt es nicht, aber die Wirtschaftlichkeit beider Systeme verbessert sich gegenseitig.

Unser Rechner beruecksichtigt PV

In unserem Waermepumpe-Rechner koennen Sie die Option Eigene PV-Anlage aktivieren und den Eigenverbrauchsanteil sowie die PV-Stromgestehungskosten eingeben. Der Rechner berechnet dann die effektiven Stromkosten, die resultierenden jaehrlichen Heizkosten und die verbesserte CO2-Bilanz. So sehen Sie auf einen Blick, wie viel die Kombination aus Waermepumpe und PV-Anlage gegenueber dem reinen Netzbezug spart.