Warum Wärmepumpe und PV-Anlage zusammengehören
Die Kombination von Wärmepumpe und Photovoltaikanlage gilt als eine der effizientesten Möglichkeiten, Heizkosten zu senken und den CO2-Ausstoß eines Gebäudes drastisch zu reduzieren. Der Grund ist einfach: Eine Wärmepumpe wandelt Strom in Wärme um, und eine PV-Anlage produziert Strom aus Sonnenlicht. Wenn Sie den PV-Strom direkt für die Wärmepumpe nutzen, sparen Sie den teuren Netzbezug und machen sich unabhängiger von steigenden Strompreisen.
In der Praxis funktioniert das so: Tagsüber, wenn die PV-Anlage Strom produziert, läuft die Wärmepumpe bevorzugt mit Solarstrom. Ein Pufferspeicher nimmt die überschüssige Wärme auf und gibt sie abends und nachts ab. Ein intelligentes Energiemanagement-System koordiniert PV-Erzeugung, Wärmepumpe und gegebenenfalls einen Batteriespeicher optimal.
Die Kostenersparnis im Detail
Der größte finanzielle Vorteil liegt im Unterschied zwischen den Stromgestehungskosten einer PV-Anlage (6 bis 10 Cent pro Kilowattstunde) und dem Netzbezugspreis (28 bis 35 Cent pro Kilowattstunde). Jede Kilowattstunde PV-Strom, die direkt für die Wärmepumpe genutzt wird, spart also 18 bis 29 Cent.
Rechenbeispiel für ein typisches Einfamilienhaus: Die Wärmepumpe benötigt 6.000 kWh Strom pro Jahr. Ohne PV-Anlage bei 30 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich Stromkosten von 1.800 Euro. Mit PV-Anlage und 30 Prozent Eigenverbrauch (1.800 kWh PV-Strom zu 8 Cent plus 4.200 kWh Netzbezug zu 30 Cent) sinken die Kosten auf 1.404 Euro. Die jährliche Ersparnis beträgt 396 Euro.
Mit einem Batteriespeicher steigt der Eigenverbrauchsanteil auf 50 bis 60 Prozent. Bei 50 Prozent PV-Eigenverbrauch (3.000 kWh zu 8 Cent plus 3.000 kWh zu 30 Cent) liegen die Kosten bei nur 1.140 Euro. Das sind 660 Euro Ersparnis pro Jahr gegenüber reinem Netzbezug. Allerdings muss man die Kosten des Batteriespeichers (5.000 bis 10.000 Euro) gegenrechnen.
CO2-Bilanz: Nahezu klimaneutral heizen
Der ökologische Vorteil ist ebenso beeindruckend. PV-Strom hat praktisch keine CO2-Emissionen (nur die Herstellung der Module verursacht Emissionen, die sich nach 1 bis 2 Jahren amortisiert haben). Wenn 30 Prozent des Wärmepumpen-Stroms aus der PV-Anlage kommen, reduziert sich der CO2-Ausstoß der Wärmepumpe um 30 Prozent.
Bei 6.000 kWh Strombedarf und dem deutschen Strommix 2025 (366 g CO2 pro kWh) verursacht die Wärmepumpe 2.196 kg CO2 pro Jahr. Mit 30 Prozent PV-Eigenverbrauch sinkt dieser Wert auf 1.537 kg. Zum Vergleich: Eine Gasheizung mit 20.000 kWh Verbrauch verursacht 4.020 kg CO2. Die Kombination aus Wärmepumpe und PV spart also über 60 Prozent CO2 gegenüber Gas.
Die richtige PV-Anlagengröße für die Wärmepumpe
Die optimale PV-Anlagengröße hängt vom Gesamtstromverbrauch des Haushalts ab, nicht nur vom Wärmepumpen-Verbrauch. Als Faustregel gilt: Eine PV-Anlage mit 8 bis 12 kWp Leistung deckt den typischen Bedarf eines Einfamilienhauses mit Wärmepumpe ab. Dabei ist zu beachten: Die PV-Produktion ist im Sommer am höchsten, der Wärmepumpen-Bedarf im Winter am größten. Diese saisonale Diskrepanz begrenzt den Eigenverbrauchsanteil.
Ein Batteriespeicher (5 bis 10 kWh) kann die tägliche Verschiebung von PV-Überschuss in die Abendstunden übernehmen, kann aber den saisonalen Unterschied nicht ausgleichen. Trotzdem ist der Batteriespeicher wirtschaftlich sinnvoll, da er auch den Haushaltsstrom-Eigenverbrauch erhöht und so die Gesamtstromkosten weiter senkt.
Förderung für die Kombination
Sowohl die Wärmepumpe als auch die PV-Anlage werden getrennt gefördert. Für die Wärmepumpe gibt es die KfW-Heizungsförderung (30 bis 80 Prozent). Die PV-Anlage wird über die Einspeisevergütung nach dem EEG gefördert (7,70 Cent pro kWh für Teileinspeisung bis 10 kWp bei Inbetriebnahme von August bis Dezember 2026). Einen separaten Kombinationsbonus gibt es nicht, aber die Wirtschaftlichkeit beider Systeme verbessert sich gegenseitig.
Unser Rechner berücksichtigt PV
In unserem Wärmepumpe-Rechner können Sie die Option Eigene PV-Anlage aktivieren und den Eigenverbrauchsanteil sowie die PV-Stromgestehungskosten eingeben. Der Rechner berechnet dann die effektiven Stromkosten, die resultierenden jährlichen Heizkosten und die verbesserte CO2-Bilanz. So sehen Sie auf einen Blick, wie viel die Kombination aus Wärmepumpe und PV-Anlage gegenüber dem reinen Netzbezug spart.
