Waermepumpen-Typen im Ueberblick
Waermepumpen nutzen Umweltwaerme aus Luft, Erde oder Grundwasser und machen daraus Heizwaerme fuer Ihr Zuhause. Das Prinzip ist bei allen Typen gleich: Ein Kaeltemittel nimmt Umweltwaerme auf, wird durch einen Kompressor verdichtet und gibt die Waerme an das Heizsystem ab. Die drei gaengigsten Typen unterscheiden sich in der Waermequelle, den Kosten und der Effizienz.
Die Luft-Wasser-Waermepumpe ist mit einem Marktanteil von ueber 80 Prozent der am haeufigsten installierte Typ. Sie entzieht der Aussenluft Waerme und ist vergleichsweise einfach zu installieren, da keine Erdbohrungen oder Brunnen noetig sind. Allerdings schwankt ihre Effizienz mit der Aussentemperatur: An kalten Wintertagen, wenn am meisten geheizt wird, ist die Leistungszahl am niedrigsten.
Die Erdwaerme-Waermepumpe (Sole-Wasser) nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs als Waermequelle. Ab einer Tiefe von etwa 10 Metern herrschen ganzjaehrig circa 10 Grad Celsius. Dadurch arbeitet sie gleichmaessiger und effizienter als eine Luft-Wasser-Waermepumpe. Man unterscheidet zwischen Erdsonden (vertikale Bohrungen bis 100 Meter) und Flaechenkollektoren (horizontale Verlegung in 1,5 Meter Tiefe). Erdsonden brauchen wenig Platz, sind aber teurer; Flaechenkollektoren benoetigen eine grosse, unbebaute Gartenflaeche.
Die Wasser-Wasser-Waermepumpe nutzt Grundwasser als Waermequelle und erreicht die hoechsten Effizienzwerte, da Grundwasser ganzjaehrig eine stabile Temperatur von 8 bis 12 Grad hat. Sie benoetigt jedoch einen Foerderbrunnen und einen Schluckbrunnen, die wasserrechtliche Genehmigung und eine ausreichende Grundwasserqualitaet. Dies macht sie zur aufwendigsten, aber auch effizientesten Variante.
Installationskosten 2026 nach Typ und Region
Die Gesamtkosten einer Waermepumpe setzen sich aus dem Geraet, der Installation, den Anschlussarbeiten und gegebenenfalls dem Waermequellenerschluss zusammen. Im Jahr 2026 muessen Sie mit folgenden Richtwerten rechnen: Eine Luft-Wasser-Waermepumpe kostet inklusive Installation zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Eine Erdwaerme-Waermepumpe mit Erdsonden liegt bei 20.000 bis 35.000 Euro, wobei die Bohrkosten (50 bis 80 Euro pro Bohrmeter) den groessten Anteil ausmachen. Eine Wasser-Wasser-Waermepumpe kostet 25.000 bis 40.000 Euro inklusive Brunnenbohrungen und Genehmigungen.
Regionale Preisunterschiede koennen die Kosten um 10 bis 20 Prozent beeinflussen. In Suedbayern, Hamburg und dem Grossraum Muenchen sind die Handwerkerkosten am hoechsten. In den neuen Bundeslaendern koennen Sie mit 10 bis 15 Prozent geringeren Installationskosten rechnen. Zusaetzlich zu den reinen Installationskosten koennen weitere Ausgaben anfallen: Heizkoerpertausch (2.000 bis 5.000 Euro), hydraulischer Abgleich (500 bis 1.500 Euro), Pufferspeicher (1.000 bis 3.000 Euro) und die Demontage der alten Heizungsanlage (500 bis 2.000 Euro).
BAFA-Foerderung 2026: Grundfoerderung und Boni kombinieren
Die Bundesfoerderung fuer effiziente Gebaeude (BEG) bietet ueber das BAFA attraktive Zuschuesse fuer den Einbau einer Waermepumpe. Die Grundfoerderung betraegt 30 Prozent der foerderfaehigen Kosten (maximal 30.000 Euro fuer Einfamilienhaeuser). Zusaetzlich gibt es zwei Boni, die kombiniert werden koennen.
Der Klimageschwindigkeitsbonus betraegt 20 Prozent und wird gewaehrt, wenn eine funktionstuechtive fossile Heizung (Oel, Gas oder Nachtspeicher) ersetzt wird, die mindestens 20 Jahre alt ist oder die gesetzliche Austauschpflicht gilt. Der Einkommensbonus betraegt 30 Prozent und gilt fuer Hauseigentuemer mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von maximal 40.000 Euro. Die Kombination aller Boni ist moeglich, wobei die Gesamtfoerderquote bei 70 Prozent gedeckelt ist. Bei foerderfaehigen Kosten von 30.000 Euro und einer Foerderquote von 70 Prozent erhalten Sie also maximal 21.000 Euro Zuschuss.
Wichtig zu wissen: Der BAFA-Antrag muss vor Beginn der Massnahme gestellt werden, Lieferantenauftraege duerfen erst nach Antragseingang erteilt werden, und die Auszahlung erfolgt nach Abschluss der Massnahme und Einreichung der Verwendungsnachweise. Zusaetzlich koennen Sie den KfW-Ergaenzungskredit (Programm 358 oder 359) nutzen, um die Restkosten zinsghuenstig zu finanzieren.
Betriebskosten: Strom vs. Gas und Oel im Vergleich
Die jaehrlichen Betriebskosten einer Waermepumpe haengen von drei Faktoren ab: dem Waermebedarf des Gebaeudes, der Jahresarbeitszahl (JAZ) und dem Strompreis. Ein typisches Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Waermebedarf und einer JAZ von 3,5 verbraucht etwa 5.700 kWh Strom pro Jahr. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich jaehrliche Heizkosten von circa 1.710 Euro.
Im Vergleich dazu: Die gleiche Waermemenge mit einer Gasheizung (Wirkungsgrad 90 Prozent) bei einem Gaspreis von 12 Cent pro Kilowattstunde kostet circa 2.670 Euro pro Jahr. Eine Oelheizung bei 11 Cent pro Kilowattstunde liegt bei etwa 2.440 Euro. Die Waermepumpe spart also bereits im ersten Jahr 730 bis 960 Euro an Heizkosten. Bei steigenden fossilen Energiepreisen von 3 Prozent pro Jahr vergroessert sich dieser Vorteil jaehrlich.
Ein besonderer Spartipp: Viele Energieversorger bieten spezielle Waermepumpentarife an, die den Strompreis auf 22 bis 26 Cent pro Kilowattstunde reduzieren. Im Gegenzug darf der Versorger die Waermepumpe taeglich fuer maximal 2 Stunden abschalten (Sperrzeiten). In der Praxis ist dies dank des Pufferspeichers kaum spuerbar. Mit einem Waermepumpentarif sinken die jaehrlichen Kosten auf circa 1.425 Euro.
Jahresarbeitszahl (JAZ): Die wichtigste Kennzahl erklaert
Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viel Waermeenergie eine Waermepumpe im Jahresdurchschnitt aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Eine JAZ von 3,5 bedeutet: Fuer jede eingesetzte Kilowattstunde Strom liefert die Waermepumpe 3,5 Kilowattstunden Waerme. Die restlichen 2,5 Kilowattstunden stammen aus der Umweltwaerme und sind kostenlos.
Typische JAZ-Werte 2026: Luft-Wasser-Waermepumpen erreichen 2,8 bis 3,5, wobei neuere Modelle mit R290-Kaeltemittel (Propan) am oberen Ende liegen. Erdwaerme-Waermepumpen kommen auf 3,5 bis 4,5, dank der konstanten Erdtemperatur. Wasser-Wasser-Waermepumpen erreichen 4,0 bis 5,0 als effizienteste Variante.
Die JAZ haengt stark vom Gebaeude ab: Ein gut gedaemmtes Haus mit Fussbodenheizung (niedrige Vorlauftemperatur von 35 Grad) erzielt deutlich hoehere JAZ-Werte als ein schlecht gedaemmter Altbau mit kleinen Heizkoerpern (hohe Vorlauftemperatur von 55 bis 70 Grad). Jeder Grad weniger Vorlauftemperatur erhoeht die JAZ um etwa 2 bis 3 Prozent.
Fuer welche Gebaeude lohnt sich eine Waermepumpe?
Grundsaetzlich kann sich eine Waermepumpe in den meisten Gebaeuden lohnen, aber die Wirtschaftlichkeit haengt von einigen Voraussetzungen ab. Ideale Bedingungen bieten Neubauten und gut sanierte Bestandsgebaeude mit Fussbodenheizung, guter Daemmung (EnEV 2009 oder besser) und niedrigen Vorlauftemperaturen unter 45 Grad Celsius.
Auch im Altbau ist eine Waermepumpe moeglich, wenn vorab die Gebaeudehuelle verbessert wird. Wichtige Massnahmen sind: Daemmung der Fassade und des Dachs, Austausch alter Fenster gegen Dreifachverglasung und gegebenenfalls Vergroesserung der Heizflaechen (groessere Heizkoerper oder zusaetzliche Fussbodenheizung). Unser Rechner beruecksichtigt den Daemmzustand und korrigiert die effektive JAZ entsprechend.
Von einer Waermepumpe abraten wuerde man bei Gebaeuden ohne jegliche Daemmung (vor 1970, unsaniert) mit Vorlauftemperaturen ueber 60 Grad, da die JAZ hier unter 2,5 faellt und die Betriebskosten denen einer Gasheizung entsprechen oder sie sogar uebersteigen koennen.
Waermepumpe und Photovoltaik: Die perfekte Kombination
Die Kombination von Waermepumpe und PV-Anlage ist wirtschaftlich besonders attraktiv. Statt den PV-Strom fuer 8 Cent pro Kilowattstunde einzuspeisen, nutzen Sie ihn direkt fuer die Waermepumpe und sparen sich den Bezugspreis von 30 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Eigenverbrauchsanteil von 30 Prozent (ein realistischer Wert mit Batteriespeicher sogar 50 bis 60 Prozent) sinkt der effektive Strompreis erheblich.
Rechenbeispiel: Bei 5.700 kWh Strombedarf fuer die Waermepumpe, 30 Prozent PV-Eigenverbrauch (1.710 kWh zu 8 Cent) und 70 Prozent Netzbezug (3.990 kWh zu 30 Cent) ergeben sich Stromkosten von lediglich 1.334 Euro statt 1.710 Euro. Das sind 376 Euro zusaetzliche Ersparnis pro Jahr. Zudem ist der CO2-Ausstoss fuer den PV-Anteil praktisch null, was die Oekobilanz der Waermepumpe weiter verbessert.
Rechenbeispiel: Einfamilienhaus Baujahr 1990
Nehmen wir ein typisches Einfamilienhaus: 130 Quadratmeter Wohnflaeche, Baujahr 1990, mittlerer Daemmzustand, aktuelle Gasheizung mit 20.000 kWh Jahresverbrauch und 2.400 Euro Heizkosten. Der Eigentuemer entscheidet sich fuer eine Luft-Wasser-Waermepumpe zum Angebotspreis von 18.000 Euro.
Foerderung: BAFA Grundfoerderung 30 Prozent auf 18.000 Euro (= 5.400 Euro), plus Klimabonus 20 Prozent (= 3.600 Euro), da die alte Gasheizung aelter als 20 Jahre ist. Gesamtfoerderung: 9.000 Euro. Nettokosten: 9.000 Euro.
Betriebskosten: Bei einer effektiven JAZ von 3,0 betraegt der Strombedarf 6.667 kWh. Bei 30 Cent pro Kilowattstunde sind das 2.000 Euro pro Jahr, also 400 Euro weniger als die bisherigen Gaskosten. Bei 3 Prozent jaehrlicher Energiepreissteigerung amortisiert sich die Investition in circa 10,5 Jahren. CO2-Einsparung: Statt 4.020 kg CO2 pro Jahr (Gas) nur noch 2.440 kg (Strommix), also 1.580 kg weniger, das entspricht etwa 72 Baeumen.
Fazit und Empfehlung
Eine Waermepumpe ist in den meisten Faellen eine wirtschaftlich und oekologisch sinnvolle Investition. Dank der grosszuegigen BAFA-Foerderung 2026 (bis zu 70 Prozent) sind die Nettokosten ueberschaubar, und die jaehrlichen Einsparungen bei den Heizkosten verkuerzen die Amortisationszeit erheblich. Nutzen Sie unseren Rechner, um Ihre persoenliche Situation durchzurechnen: Mit wenigen Eingaben erhalten Sie eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse inklusive Foerderung, Amortisation und CO2-Bilanz.
