Was der λ-Wert aussagt
Die Wärmeleitfähigkeit λ (Lambda) beschreibt, wie viel Wärme durch einen Würfel eines Materials von einem Meter Kantenlänge fließt, wenn zwischen zwei gegenüberliegenden Seiten ein Grad Temperaturunterschied herrscht. Die Einheit ist W/(m·K). Für die Praxis genügt eine einfache Regel: Je kleiner λ, desto besser dämmt der Stoff. Ein Material mit λ 0,035 dämmt zwanzigmal besser als eines mit λ 0,70.
Deshalb bringen 14 Zentimeter Dämmung mehr als 60 Zentimeter Ziegel. Der Wärmedurchlasswiderstand einer Schicht ist R = d / λ. Für 14 Zentimeter Dämmung mit λ 0,035 ergibt das 4,0 m²K/W, für 60 Zentimeter Vollziegel mit λ 0,68 nur 0,88 m²K/W.
Typische Bemessungswerte
Die folgende Tabelle enthält typische Tabellenwerte nach DIN 4108-4 und DIN EN ISO 10456. Sie sind auch im U-Wert-Rechner hinterlegt. Für einen Nachweis gilt immer der Wert des konkreten Produkts.
| Baustoff | λ [W/(mK)] |
|---|---|
| Stahlbeton | 2,3 |
| Naturstein (Sandstein) | 2,3 |
| Zementestrich | 1,4 |
| Kalk-/Kalkzementputz | 1,0 |
| Kalksandstein (Rohdichte 1800) | 0,99 |
| Vollziegel (Rohdichte 1800 / 1600) | 0,81 / 0,68 |
| Hochlochziegel (Rohdichte 1200) | 0,50 |
| Gipsputz | 0,51 |
| Gipskartonplatte | 0,25 |
| Porenbeton (Rohdichte 500) | 0,16 |
| Nadelholz, OSB | 0,13 |
| Wärmedämmziegel, verfüllt (typisch) | 0,07–0,12 |
| Holzfaserdämmplatte | 0,038–0,050 |
| Mineralwolle | 0,032–0,040 |
| EPS-Hartschaum | 0,031–0,040 |
| Zellulose, eingeblasen | 0,038–0,040 |
| PUR/PIR-Hartschaum | 0,022–0,028 |
Rohdichte: Schwer heißt schlecht dämmend
Bei Mauerwerk hängt λ stark von der Rohdichte ab. Ein schwerer Vollziegel mit 1.800 kg/m³ leitet Wärme deutlich besser als ein leichter Hochlochziegel, weil Poren und Löcher Luft einschließen. Moderne Wärmedämmziegel sind zusätzlich mit Dämmstoff gefüllt und erreichen Werte unter 0,10. Deshalb können neue monolithische Wände ohne Außendämmung U-Werte um 0,2 erreichen, während Altbauwände mit Vollziegeln zwischen 1,2 und 1,8 liegen.
Wärmeleitfähigkeitsstufe und Etikett
Bei Dämmstoffen finden Sie meist eine Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS) oder einen λ-Wert auf dem Etikett. WLS 035 bedeutet λ 0,035 W/(m·K). Wichtig ist der Unterschied zwischen dem Nennwert, den der Hersteller nach europäischer Produktnorm erklärt, und dem Bemessungswert, mit dem in Deutschland gerechnet wird. Bei Produkten ohne zusätzlichen Nachweis wird auf den Nennwert ein Sicherheitszuschlag gerechnet, bei Produkten mit bauaufsichtlicher Zulassung ist er kleiner. Für eine realistische Rechnung verwenden Sie den Bemessungswert aus der Produktdokumentation.
Dicke gegen λ: Was ist wirtschaftlicher?
Ein Dämmstoff mit λ 0,024 braucht für denselben U-Wert nur gut zwei Drittel der Dicke eines Stoffs mit λ 0,035. Das ist wertvoll, wenn der Platz begrenzt ist, etwa bei Dachsanierungen von innen, Terrassenanschlüssen oder Fensterlaibungen. Wo Platz keine Rolle spielt, ist meist der günstigere Stoff in etwas größerer Dicke wirtschaftlicher. Bei der Wahl spielen aber auch Brandschutz, Schallschutz, Feuchteverhalten und der Hitzeschutz im Sommer eine Rolle. Holzfaser und Zellulose speichern zum Beispiel mehr Wärme als Hartschaum und verzögern so die Aufheizung unter dem Dach.
Feuchte verschlechtert λ
Alle Tabellenwerte gelten für trockene Baustoffe im üblichen Feuchtezustand. Durchfeuchtete Dämmung oder nasses Mauerwerk leiten Wärme deutlich besser, weil Wasser rund zwanzigmal besser leitet als ruhende Luft. Ein feuchter Keller oder eine undichte Dachhaut verschlechtern den tatsächlichen U-Wert daher erheblich. Vor jeder Dämmung sollte deshalb geklärt werden, woher Feuchte kommen kann.
Wie Sie aus den λ-Werten den U-Wert eines ganzen Bauteils berechnen, zeigt der Leitartikel U-Wert berechnen. Im Rechner können Sie für Produkte mit abweichendem Wert einen eigenen λ-Wert eingeben.
