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Römische Zahlen auf Uhren: Warum IIII statt IV?

Redaktion
5 Min. Lesezeit
2026-09-24
Römische Zahlen auf Uhren: Warum IIII statt IV?

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Warum zeigen viele Uhren IIII statt IV?

Wer eine Uhr mit römischen Ziffern genau betrachtet, stolpert oft über die Vier. Statt des erwarteten IV steht dort IIII. Nach den heute gültigen Regeln ist das eigentlich falsch, denn höchstens drei gleiche Zeichen dürfen hintereinander stehen. Trotzdem ist IIII auf Zifferblättern so verbreitet, dass viele es für die normale Schreibweise halten. Dahinter steckt kein Versehen, sondern eine Mischung aus Geschichte, Gestaltung und Tradition.

Die Römer schrieben selbst oft IIII

Die strenge Subtraktionsschreibweise mit IV und IX ist jünger, als viele denken. Auf römischen Inschriften findet man die Vier häufig als IIII und die Neun als VIIII. Beide Varianten existierten lange nebeneinander. Erst im Laufe der Zeit hat sich die kürzere Form mit Subtraktion als Standard durchgesetzt. Die Zifferblätter bewahren also eine ältere, damals durchaus korrekte Schreibweise.

Optisches Gleichgewicht auf dem Zifferblatt

Die am häufigsten genannte Erklärung ist gestalterisch. Der IIII gegenüber steht die VIII. Beide Ziffern sind breit und bestehen aus vier Zeichen. Mit IV wäre die linke Seite des Zifferblatts deutlich leichter als die rechte. Außerdem teilt sich das Zifferblatt mit IIII in drei optische Zonen: Von I bis IIII stehen nur I-Zeichen, von V bis VIII kommt das V hinzu, und von IX bis XII dominiert das X. Das wirkt ruhig und gleichmäßig.

Weitere Erklärungen und Legenden

Rund um die IIII kursieren noch andere Geschichten. Eine besagt, dass sich bei IIII die Ziffern eines Zifferblatts in vier identischen Sätzen aus je fünf I, einem V und einem X gießen ließen, was die Herstellung vereinfacht hätte. Eine andere Legende erzählt, dass man IV vermied, weil es an die ersten Buchstaben des römischen Gottes Jupiter erinnerte, der in lateinischer Schrift als IVPPITER geschrieben wurde. Für diese Erklärungen gibt es keine sicheren Belege. Sie zeigen aber, wie lange die Frage schon Menschen beschäftigt.

Ist IIII auf der Uhr nun falsch?

Nach den heutigen Regeln für das Rechnen und Schreiben mit römischen Zahlen lautet die Vier IV. Wer eine Jahreszahl, eine Kapitelnummer oder ein Datum schreibt, sollte deshalb IV verwenden. Auf Zifferblättern ist IIII dagegen eine anerkannte Tradition und kein Fehler. Es gibt übrigens auch Uhren mit IV, beide Varianten sind im Handel zu finden. Unser Römische-Zahlen-Umrechner folgt der heutigen Norm: Tippen Sie IIII ein, weist er darauf hin, dass die Vier als IV geschrieben wird.

Die Uhrzeit in römischen Zahlen ablesen

Auf einem Zifferblatt mit römischen Ziffern stehen die Zahlen von I bis XII. Die Minuten werden meist nur als Striche markiert. Beim Ablesen helfen die Grundregeln: Steht ein kleineres Zeichen vor einem größeren, wird abgezogen (IX = 9), steht es dahinter, wird addiert (XI = 11). Wer das verinnerlicht hat, liest römische Zifferblätter genauso schnell wie arabische.

StundeÜblich auf UhrenHeutige Norm
1II
4IIIIIV
6VIVI
9IXIX
11XIXI
12XIIXII

Auffällig: Die Neun wird auch auf Uhren fast immer als IX geschrieben und nicht als VIIII. Die Ausnahme betrifft also meist nur die Vier.

Römische Zahlen auf Gebäuden und Turmuhren

Auch auf Turmuhren, Sonnenuhren und an Fassaden begegnen Ihnen römische Zahlen, oft zusammen mit einer Jahreszahl über dem Portal. Wie Sie solche Jahreszahlen entziffern, zeigt der Beitrag Jahreszahlen in römischen Zahlen. Die vollständigen Regeln, einschließlich der Subtraktionsregel, erklärt der Leitartikel Römische Zahlen lesen und schreiben.

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