Zinsen und Prozentrechnung
Die Zinsrechnung ist eine direkte Anwendung der Prozentrechnung. Zinsen sind der Preis für geliehenes oder angelegtes Geld, ausgedrückt als Prozentsatz des Kapitals pro Zeiteinheit (meist pro Jahr).
Einfache Zinsrechnung
Bei der einfachen Zinsrechnung werden Zinsen nur auf das Anfangskapital berechnet, nicht auf bereits aufgelaufene Zinsen.
Mit Kapital , Zinssatz in Prozent und Laufzeit in Jahren gilt:
Beispiel: 10.000 EUR zu 3,5 % für 1 Jahr: 10.000 × 3,5 / 100 = 350 EUR Zinsen. Nach 3 Jahren: 10.000 × 3,5 / 100 × 3 = 1.050 EUR.
Zinseszins – die Kraft des exponentiellen Wachstums
Beim Zinseszins werden die Zinsen am Ende jeder Periode dem Kapital zugeschlagen und verzinsen sich in den Folgeperioden mit.
Für das Endkapital nach Jahren gilt:
Beispiel: 10.000 EUR zu 3,5 % für 20 Jahre:
Die Zinsen betragen 9.898 EUR – fast so viel wie das Anfangskapital.
Zum Vergleich: Bei einfacher Verzinsung wären es nur 10.000 + (10.000 × 0,035 × 20) = 17.000 EUR.
Die 72er-Regel
Eine Faustregel: Teilen Sie 72 durch den Zinssatz, um zu schätzen, in wie vielen Jahren sich Ihr Kapital verdoppelt.
Bei 3 % Zinsen: 72 / 3 = 24 Jahre bis zur Verdopplung. Bei 6 %: 72 / 6 = 12 Jahre. Bei 8 %: 72 / 8 = 9 Jahre.
Zinsen und Inflation
Der Realzins ergibt sich aus dem Nominalzins minus der Inflationsrate. Wenn Ihr Sparkonto 2 % bringt, die Inflation aber 3 % beträgt, verlieren Sie real 1 % Kaufkraft pro Jahr.
Als Faustregel gilt:
Genauer:
Effektiver Jahreszins vs. Nominalzins
Der effektive Jahreszins berücksichtigt Zinseszinseffekte innerhalb eines Jahres. Bei monatlicher Verzinsung von 12 % nominal:
Deshalb ist der effektive Jahreszins bei Krediten immer etwas höher als der Nominalzins – und genau dieser muss laut EU-Recht in Kreditangeboten ausgewiesen werden.
Nutzen Sie unseren Prozentrechner, um die zugrunde liegenden Prozentberechnungen bei Zinsen schnell nachzuvollziehen.
