Die US-Navy-Methode zur Körperfettmessung erklärt
Die US-Marine musste einen Weg finden, den Körperfettanteil ihrer Angehörigen schnell, günstig und ohne Speziallabor zu bestimmen. Das Ergebnis ist die sogenannte US-Navy-Methode, auch Hodgdon-Beckett-Formel genannt. Sie schätzt den Körperfettanteil allein aus einigen Umfangsmaßen — und ist gerade deshalb so beliebt für den Hausgebrauch. Dieser Artikel erklärt, wie sie funktioniert, wie man richtig misst und wie genau das Ergebnis ist.
Die Formel steckt bereits im <a href="/idealgewicht-koerperfett-rechner">Idealgewicht- und Körperfett-Rechner</a>: Sie geben Taille, Hals, Größe und bei Frauen die Hüfte ein, und der Rechner liefert sofort den geschätzten Körperfettanteil samt Einordnung.
Welche Maße die Formel braucht
Für Männer nutzt die Formel drei Werte: den Taillenumfang, den Halsumfang und die Körpergröße. Für Frauen kommt der Hüftumfang hinzu, weil sich weibliches Körperfett anders verteilt. Aus diesen wenigen Zahlen berechnet eine logarithmische Formel den Fettanteil. Der Clou: Statt das Fett direkt zu messen, nutzt sie den Zusammenhang zwischen Umfängen und Körperzusammensetzung, den große Studien belegt haben.
Wie die Formel rechnet
Vereinfacht gesagt bildet die Formel die Differenz zwischen Taille und Hals (bei Frauen: Taille plus Hüfte minus Hals) und setzt sie ins Verhältnis zur Körpergröße. Eine große Differenz bei gleicher Größe deutet auf mehr Bauchfett hin und führt zu einem höheren geschätzten Körperfettanteil. Der Hals dient dabei als Referenz für den fettärmeren oberen Körper. Deshalb ist es wichtig, dass die Taille größer als der Hals ist — sonst kann die Formel kein sinnvolles Ergebnis liefern.
So messen Sie richtig
Verwenden Sie ein flexibles Maßband und messen Sie auf nackter Haut, ohne einzuschnüren. Den Hals messen Sie knapp unterhalb des Kehlkopfs, das Band leicht nach vorne geneigt. Die Taille nehmen Sie auf Höhe des Bauchnabels bei entspanntem Bauch, am Ende einer normalen Ausatmung. Den Hüftumfang messen Frauen an der breitesten Stelle. Wiederholen Sie jede Messung zwei- bis dreimal und messen Sie am besten immer morgens.
Wie genau ist das Ergebnis?
Die US-Navy-Formel weicht typischerweise um rund drei bis vier Prozentpunkte von Referenzmethoden wie DEXA ab. Das klingt nach viel, ist für den Alltag aber gut brauchbar — vor allem, wenn es um die Entwicklung über die Zeit geht. Ein einzelner Absolutwert sollte nicht überbewertet werden. Wer denselben Messvorgang regelmäßig wiederholt, erkennt Trends zuverlässiger als jede Momentaufnahme sie liefert.
Grenzen der Methode
Die Formel wurde an einer bestimmten Bevölkerungsgruppe entwickelt und passt nicht für jeden gleich gut. Bei sehr muskulösen Menschen oder bei ungewöhnlicher Fettverteilung kann sie daneben liegen. Sie ersetzt keine medizinische Diagnostik. Als kostenlose, schnelle Schätzung mit dem Maßband ist sie jedoch kaum zu schlagen.
Fazit
Die US-Navy-Methode ist ein cleverer Kompromiss: Sie braucht nur ein Maßband, liefert in Sekunden ein Ergebnis und ist genau genug, um Fortschritte zu verfolgen. Achten Sie auf sauberes, konstantes Messen und nutzen Sie den <a href="/idealgewicht-koerperfett-rechner">Idealgewicht- und Körperfett-Rechner</a>, um Ihren Wert regelmäßig zu bestimmen — als Orientierung, nicht als endgültiges Urteil.
