Was ist ein Pultdach?
Ein Pultdach ist ein Dach mit nur einer geneigten Fläche. Im Gegensatz zum Satteldach, das zwei geneigte Flächen hat, steigt das Pultdach von einer Traufseite zur gegenüberliegenden Wandseite an. Das Ergebnis ist eine asymmetrische Dachform, die an ein umgedrehtes Pult erinnert.
Pultdächer sind in der modernen Architektur sehr beliebt. Sie ermöglichen große Fensterflächen an der hohen Seite, bieten gute Möglichkeiten für Solaranlagen und können optisch sehr ansprechend gestaltet werden.
Neigungsberechnung beim Pultdach
Beim Pultdach erstreckt sich der Sparren über die gesamte Gebäudebreite (nicht nur die Hälfte wie beim Satteldach). Die Firsthöhe über der Traufe berechnet sich mit dem Neigungswinkel als:
Für ein 10 m breites Gebäude mit 15 Grad Neigung:
Die Sparrenlänge beträgt:
Mit 50 cm Überstand:
Die Sparren eines Pultdachs sind deutlich länger als bei einem Satteldach gleicher Breite und Neigung. Das macht die Konstruktion teurer und erfordert stärkere Querschnitte oder Zwischenauflager.
Typische Neigungen für Pultdächer
Pultdächer werden in einem breiten Neigungsbereich gebaut. Flache Pultdächer mit 5 bis 10 Grad sind bei kubischen Gebäuden beliebt und werden häufig mit Stehfalzblech oder EPDM gedeckt.
Mittelsteile Pultdächer mit 15 bis 25 Grad sind ein guter Kompromiss: Sie erlauben Tondachziegel (ab 22 Grad) und bieten genügend Höhe für eine Fensterreihe an der hohen Seite.
Steile Pultdächer über 25 Grad sind selten, da die Höhedifferenz zwischen Trauf- und Firstseite sehr groß wird. Bei einem 10 m breiten Gebäude mit 30 Grad beträgt die Firsthöhe bereits 5,77 m über der Traufe.
Dachfläche und Entwässerung
Die Dachfläche eines Pultdachs berechnet sich einfach:
Bei unserem Beispiel (10 × 12 m, 15 Grad, 50 cm Überstand): 10,87 × 13 = 141,3 m².
Die Entwässerung eines Pultdachs erfolgt an der Traufseite (der niedrigen Seite). Eine Regenrinne an der Traufe genügt für die gesamte Dachfläche. Das ist ein Vorteil gegenüber dem Satteldach, das zwei Regenrinnen benötigt.
Allerdings muss die Rinne an der Traufseite größer dimensioniert werden, da sie das Wasser der gesamten Dachfläche aufnehmen muss. Bei 141 m² Dachfläche und einer Regenspende von 300 l/(s · ha) muss die Rinne etwa 4,2 l/s abführen können.
Vorteile und Nachteile des Pultdachs
Vorteile: Einfache Konstruktion, gute Eignung für Solaranlagen (südgeneigte Fläche), große Fenster an der hohen Seite möglich, moderne Optik, nur eine Regenrinne nötig.
Nachteile: Längere Sparren als beim Satteldach, einseitige Windbelastung kann problematisch sein, weniger Dachraum als beim Satteldach gleicher Grundfläche, höhere Beanspruchung der hohen Wand durch Windkräfte.
