BMI bei Kindern: Warum Perzentilen wichtiger sind als feste Werte

Redaktion
7 Min. Lesezeit
2026-02-20
BMI bei Kindern: Warum Perzentilen wichtiger sind als feste Werte

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Warum der normale BMI für Kinder nicht gilt

Bei Erwachsenen gelten feste BMI-Grenzwerte (z.B. 25 für Übergewicht). Bei Kindern und Jugendlichen funktioniert das nicht, denn ihr Körper verändert sich ständig: Wachstumsschübe, Pubertät und unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten machen feste Grenzwerte unbrauchbar.

Ein 10-jähriger Junge mit BMI 20 kann völlig normalgewichtig sein, während der gleiche Wert bei einem 5-Jährigen auf deutliches Übergewicht hindeutet.

Was sind BMI-Perzentilen?

Statt fester Grenzwerte verwenden Kinderärzte Perzentilkurven. Diese basieren auf großen Vergleichsstudien und zeigen, wie der BMI eines Kindes im Vergleich zu Gleichaltrigen gleichen Geschlechts einzuordnen ist.

  • Unter der 3. Perzentile: Untergewicht
  • 3. bis 10. Perzentile: Leichtes Untergewicht
  • 10. bis 90. Perzentile: Normalgewicht
  • 90. bis 97. Perzentile: Übergewicht
  • Über der 97. Perzentile: Adipositas

Ein Kind auf der 75. Perzentile hat einen höheren BMI als 75% der Gleichaltrigen gleichen Geschlechts, liegt aber im Normalbereich.

Die KiGGS-Studie: Referenzwerte für Deutschland

In Deutschland werden die Perzentilkurven der KiGGS-Studie (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey) des Robert Koch-Instituts verwendet. Diese basieren auf Daten von über 17.000 Kindern und Jugendlichen.

Die Referenzwerte nach Kromeyer-Hauschild sind der aktuelle Standard in deutschen Kinderarztpraxen und werden im gelben Untersuchungsheft (U-Heft) dokumentiert.

Wann zum Kinderarzt?

  • Wenn der BMI deines Kindes unter der 3. oder über der 97. Perzentile liegt
  • Wenn sich die Perzentile über längere Zeit deutlich verschiebt (z.B. von der 50. auf die 90. Perzentile innerhalb eines Jahres)
  • Wenn du dir Sorgen um die Ernährung oder das Gewicht deines Kindes machst

Praktische Tipps für Eltern

  1. Kein Diätdruck: Kinder sollten nicht zum Abnehmen gedrängt werden. Stattdessen auf gesunde Ernährung und Bewegung setzen.
  2. Regelmäßige Kontrolle: Die U-Untersuchungen beim Kinderarzt beinhalten BMI-Messung und Perzentilbewertung.
  3. Bewegung fördern: Mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität pro Tag empfiehlt die WHO für Kinder.
  4. Vorbild sein: Kinder orientieren sich am Essverhalten ihrer Eltern.

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