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BMI berechnen und richtig einordnen: Der komplette Guide 2026

Redaktion
12 Min. Lesezeit
2026-03-01
BMI berechnen und richtig einordnen: Der komplette Guide 2026

Was ist der Body Mass Index (BMI)?

Der Body Mass Index, kurz BMI, ist eine einfache Kennzahl, die das Koerpergewicht ins Verhaeltnis zur Koerpergroesse setzt. Er wurde bereits 1832 vom belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet entwickelt und ist bis heute das weltweit am haeufigsten verwendete Mass zur Einordnung des Koerpergewichts.

Die Formel lautet: BMI = Gewicht (kg) / Groesse (m)^2. Eine Person mit 75 kg bei 1,75 m Koerpergroesse hat einen BMI von 24,5.

WHO-Klassifikation: Die BMI-Kategorien

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat klare BMI-Bereiche definiert, die international als Standard gelten:

- **Unter 16,0**: Starkes Untergewicht

- **16,0 bis 17,0**: Maessiges Untergewicht

- **17,0 bis 18,5**: Leichtes Untergewicht

- **18,5 bis 25,0**: Normalgewicht

- **25,0 bis 30,0**: Uebergewicht (Praeadipositas)

- **30,0 bis 35,0**: Adipositas Grad I

- **35,0 bis 40,0**: Adipositas Grad II

- **Ueber 40,0**: Adipositas Grad III (morbide Adipositas)

So berechnest du deinen BMI richtig

Schritt 1: Koerpergroesse in Meter umrechnen

Miss deine Koerpergroesse moeglichst genau. Rechne Zentimeter in Meter um, indem du durch 100 teilst. Beispiel: 175 cm = 1,75 m.

Schritt 2: Gewicht in Kilogramm

Wiege dich morgens nach dem Aufstehen, vor dem Fruehstueck und nach dem Toilettengang. Das ergibt den genauesten Wert.

Schritt 3: Formel anwenden

Teile dein Gewicht durch das Quadrat deiner Groesse in Metern. Beispiel: 80 kg / (1,80 m x 1,80 m) = 80 / 3,24 = 24,7.

Die Grenzen des BMI

Der BMI ist ein nuetzlicher erster Anhaltspunkt, hat aber deutliche Schwaechen:

**Muskelmasse wird nicht beruecksichtigt**: Sportler und Bodybuilder haben oft einen hohen BMI, obwohl ihr Koerperfettanteil niedrig ist. Ein durchtrainierter Fussballspieler mit BMI 27 ist nicht uebergewichtig.

**Fettverteilung bleibt unberuecksichtigt**: Bauchfett (viszerales Fett) ist gesundheitlich deutlich gefaehrlicher als Fett an Hueften oder Oberschenkeln. Der BMI unterscheidet hier nicht.

**Alter und Geschlecht**: Die WHO-Kategorien machen keinen Unterschied nach Alter oder Geschlecht. Dabei zeigen Studien, dass ein leicht erhoehter BMI im Alter sogar schuetzend wirken kann.

**Ethnische Unterschiede**: Bei asiatischen Bevoelkerungsgruppen treten gesundheitliche Risiken bereits bei niedrigeren BMI-Werten auf als bei europaeischen.

BMI-Alternativen im Ueberblick

Waist-to-Hip Ratio (WHR)

Das Verhaeltnis von Taillen- zu Hueftumfang ist ein besserer Indikator fuer gesundheitliche Risiken, da es die Fettverteilung beruecksichtigt. Ein WHR ueber 0,90 bei Maennern und ueber 0,85 bei Frauen gilt als erhoehtes Risiko.

Koerperfettanteil

Die direkte Messung des Koerperfettanteils (per Caliper, BIA oder DEXA-Scan) ist aussagekraeftiger als der BMI. Normwerte: Maenner 10-20%, Frauen 20-30%.

Ponderal-Index

Der Ponderal-Index (Gewicht / Groesse^3) korrigiert die BMI-Verzerrung bei besonders grossen oder kleinen Menschen. Normalbereich: 11-15 kg/m^3.

Praktische Tipps

1. **Nutze den BMI als Ersteinschaetzung**, nicht als alleiniges Kriterium fuer deine Gesundheit.

2. **Beobachte den Trend**: Ein einzelner Wert sagt wenig aus. Wichtiger ist, wie sich dein BMI ueber Monate und Jahre entwickelt.

3. **Kombiniere Kennzahlen**: Miss zusaetzlich deinen Bauchumfang. Ein Wert ueber 94 cm bei Maennern oder 80 cm bei Frauen erhoehtes Risiko.

4. **Sprich mit deinem Arzt**: Bei BMI-Werten ausserhalb des Normalbereichs ist aerztliche Beratung sinnvoll.

Fazit

Der BMI ist ein einfaches, kostenlos berechenbares Screening-Tool, das einen ersten Anhaltspunkt zur Gewichtseinordnung gibt. Er sollte jedoch nie isoliert betrachtet werden. Wer sich gesund ernaehrt, regelmaessig bewegt und sich wohlf uhlt, hat gute Karten, unabhaengig vom genauen BMI-Wert.