BMI-Alternativen: Waist-to-Hip Ratio, Körperfettanteil und mehr

Redaktion
9 Min. Lesezeit
2026-02-15
BMI-Alternativen: Waist-to-Hip Ratio, Körperfettanteil und mehr

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Warum der BMI allein nicht reicht

Der BMI war nie als alleiniges Maß für Gesundheit gedacht. Sein Erfinder Adolphe Quetelet entwickelte ihn für statistische Populationsstudien, nicht für individuelle Gesundheitsbewertungen. Dennoch wird er heute genau dafür verwendet.

Die größte Schwäche: Der BMI sagt nichts darüber aus, woraus dein Körpergewicht besteht. Ob Muskeln, Fett, Knochen oder Wasser, für den BMI ist das egal.

Alternative 1: Waist-to-Hip Ratio (WHR)

Das Verhältnis von Taillenumfang zu Hüftumfang ist ein besserer Indikator für gesundheitliche Risiken als der BMI. Denn es misst indirekt das viszerale Bauchfett, das besonders gesundheitsgefährdend ist.

So misst du richtig:

  1. Taillenumfang: Auf Höhe des Bauchnabels messen, ohne den Bauch einzuziehen.
  2. Hüftumfang: An der breitesten Stelle des Gesäßes messen.
  3. WHR=Taillenumfang/Hu¨ftumfang\text{WHR} = \text{Taillenumfang} / \text{Hüftumfang}

Risikoeinschätzung:

  • Männer: WHR unter 0,90 = normales Risiko, über 0,90 = erhöhtes Risiko
  • Frauen: WHR unter 0,85 = normales Risiko, über 0,85 = erhöhtes Risiko

Alternative 2: Bauchumfang allein

Noch einfacher als die WHR ist die alleinige Messung des Bauchumfangs. Die WHO empfiehlt folgende Grenzwerte:

  • Männer: Unter 94 cm normal, 94-102 cm erhöhtes Risiko, über 102 cm deutlich erhöhtes Risiko
  • Frauen: Unter 80 cm normal, 80-88 cm erhöhtes Risiko, über 88 cm deutlich erhöhtes Risiko

Alternative 3: Körperfettanteil

Die direkte Messung des Körperfettanteils ist der Goldstandard, aber aufwändiger. Methoden:

  • Caliper-Messung: Hautfaltendickenmessung an mehreren Stellen. Günstig, aber fehleranfällig.
  • BIA (Bioelektrische Impedanzanalyse): Körperfettwaagen nutzen diese Methode. Mittel genau.
  • DEXA-Scan: Röntgenbasiert, sehr genau, aber teuer (ca. 80-150 EUR).

Alternative 4: Ponderal-Index

Der Ponderal-Index (PI=Gewicht/Gro¨ße3\text{PI} = \text{Gewicht} / \text{Größe}^3) korrigiert eine Schwäche des BMI: Bei sehr großen oder kleinen Menschen verzerrt der BMI das Ergebnis. Der PI ist größenunabhängiger.

Normalbereich: 11–15 kg/m³

Welche Methode für wen?

  • Schnelle Ersteinschätzung: BMI + Bauchumfang
  • Sportler und Muskulöse: Körperfettanteil oder WHR
  • Ältere Menschen: WHR oder Bauchumfang (BMI ist hier weniger aussagekräftig)
  • Kinder: BMI-Perzentilen (siehe separater Artikel)

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