Was ist die Aktivrente?
Die Aktivrente ist der neue steuerliche Anreiz, über die Regelaltersgrenze hinaus weiterzuarbeiten. Seit dem 1. Januar 2026 bleibt Arbeitslohn von bis zu 2.000 Euro pro Monat – also 24.000 Euro im Jahr – vollständig einkommensteuerfrei, wenn Sie als Angestellte oder Angestellter neben Ihrer gesetzlichen Rente arbeiten. Rechtsgrundlage ist das Aktivrentengesetz, das die Steuerbefreiung in § 3 Nr. 21 des Einkommensteuergesetzes verankert.
Das Ziel dahinter: Wer fit ist und Freude an der Arbeit hat, soll finanziell belohnt werden, wenn er dem Arbeitsmarkt länger erhalten bleibt. Für viele Rentnerinnen und Rentner bedeutet das mehrere Hundert Euro mehr netto im Monat – ganz ohne zusätzliche Arbeitsstunden.
Wie hoch Ihr persönlicher Vorteil ausfällt, hängt von Ihrem Lohn, Ihrer Rente und Ihrem Steuersatz ab. Mit unserem <a href="/aktivrente-rechner">Aktivrente-Rechner</a> sehen Sie in wenigen Sekunden, wie viel Steuer Sie konkret sparen und was am Ende netto übrig bleibt.
Wer profitiert – und wer nicht
Die Steuerfreiheit gilt ausschließlich für abhängig Beschäftigte. Wer als Angestellter arbeitet und die Regelaltersgrenze erreicht hat, kann den Bonus nutzen. Ausdrücklich ausgenommen sind Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende. Wer im Rentenalter also weiter auf eigene Rechnung arbeitet, profitiert von der Aktivrente nicht.
Ein zweiter Punkt ist entscheidend: Der Bonus greift erst ab der Regelaltersgrenze. Wer vorzeitig in Rente geht und nebenbei arbeitet, hat vorher keinen Anspruch. Die gute Nachricht: Die Grenze ist erreichbar, und wer sie überschreitet, kann unbegrenzt lange von der Steuerfreiheit profitieren.
So funktioniert der 2.000-Euro-Steuerbonus
Der Mechanismus ist einfach: Die ersten 2.000 Euro Ihres monatlichen Bruttolohns werden bei der Einkommensteuer nicht mitgezählt. Verdienen Sie genau 2.000 Euro oder weniger, ist Ihr gesamter Arbeitslohn einkommensteuerfrei. Verdienen Sie mehr, wird nur der übersteigende Teil normal versteuert.
Wichtig ist der Zusammenhang mit Ihrer Rente. Die Rente selbst bleibt steuerpflichtig und wird ganz normal nach Ihrem Besteuerungsanteil versteuert. Ohne die Aktivrente würde Ihr Arbeitslohn oben auf die Rente draufgerechnet und mit Ihrem persönlichen Grenzsteuersatz belastet. Genau diese Belastung entfällt nun für die ersten 2.000 Euro – und deshalb ist der Vorteil besonders groß, wenn Sie ohnehin schon eine solide Rente beziehen.
Ein Rechenbeispiel
Nehmen wir eine ehemalige Verkäuferin mit einer Bruttorente von 1.400 Euro, die nach der Regelaltersgrenze in Teilzeit für 1.500 Euro brutto im Monat weiterarbeitet. Ohne Aktivrente würde ihr Arbeitslohn zusammen mit der Rente versteuert – je nach Situation können das schnell 200 bis 300 Euro Einkommensteuer im Jahr sein, die auf den Lohn entfallen. Mit der Aktivrente bleiben die vollen 1.500 Euro steuerfrei, weil sie unter der 2.000-Euro-Grenze liegen.
Verdient sie stattdessen 2.500 Euro, bleiben 2.000 Euro frei und nur 500 Euro werden versteuert. Die genaue Ersparnis hängt vom Grenzsteuersatz ab – probieren Sie Ihre eigenen Zahlen einfach im <a href="/aktivrente-rechner">Aktivrente-Rechner</a> aus.
Regelaltersgrenze: Ab wann gilt die Aktivrente?
Die Regelaltersgrenze liegt für alle ab 1964 Geborenen bei 67 Jahren. Für ältere Jahrgänge gilt eine Staffel: Wer 1958 geboren ist, erreicht sie mit 66 Jahren, für die Jahrgänge 1959 bis 1963 steigt sie in Zwei-Monats-Schritten an – 1959 mit 66 Jahren und 2 Monaten, 1960 mit 66 und 4 Monaten und so weiter bis 1963 mit 66 Jahren und 10 Monaten.
Erst wenn Sie diese Grenze überschritten haben, greift die Steuerfreiheit. Unser Rechner ermittelt anhand Ihres Geburtsjahres und -monats automatisch, wann Sie die Regelaltersgrenze erreichen, und zeigt Ihnen an, ob Sie schon jetzt profitieren oder ab welchem Monat es so weit ist.
Sozialabgaben bleiben – die Steuer entfällt
Steuerfrei heißt nicht abgabenfrei. Die Aktivrente betrifft ausschließlich die Einkommensteuer, nicht die Sozialversicherung. Auf Ihren Arbeitslohn fallen weiterhin Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Der große Pluspunkt: Nach der Regelaltersgrenze entfallen Ihre Arbeitnehmerbeiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung. Diese beiden Posten müssen Sie also nicht mehr zahlen.
Unter dem Strich bleibt vom Bruttolohn spürbar mehr übrig als bei einem jüngeren Beschäftigten mit gleichem Gehalt – einerseits durch die wegfallenden Renten- und Arbeitslosenbeiträge, andererseits durch die neue Steuerfreiheit.
Aktivrente und Ihre Rente
Ihre gesetzliche Rente wird durch die Weiterarbeit nicht gekürzt. Sie läuft unverändert weiter und wird wie gewohnt besteuert. Wer möchte, kann durch freiwillige Beiträge sogar zusätzliche Rentenpunkte sammeln und so die spätere Rente erhöhen – das ist aber optional und unabhängig von der Steuerfreiheit des Lohns.
Häufige Fragen kurz beantwortet
Muss ich einen Antrag stellen? Nein, die Steuerfreiheit wird im Lohnsteuerabzug und in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt. Gilt der Bonus auch bei mehreren Arbeitgebern? Die 2.000-Euro-Grenze bezieht sich auf den steuerfreien Höchstbetrag insgesamt. Zählt ein Minijob dazu? Ein Minijob ist bereits pauschal versteuert; die Aktivrente lohnt sich vor allem bei höheren Löhnen.
Fazit
Die Aktivrente macht Weiterarbeiten im Rentenalter deutlich attraktiver: Bis zu 2.000 Euro Lohn im Monat bleiben steuerfrei, die Rente läuft ungekürzt weiter und lästige Renten- und Arbeitslosenbeiträge entfallen. Ob sich der Schritt für Sie lohnt und wie viel netto zusätzlich in Ihrer Tasche landet, rechnen Sie am besten direkt mit unserem <a href="/aktivrente-rechner">Aktivrente-Rechner</a> aus.
