R

Elektroauto vs. Verbrenner: Stromkosten gegen Spritkosten

Redaktion
7 Min. Lesezeit
2026-02-28
Elektroauto vs. Verbrenner: Stromkosten gegen Spritkosten

Die grosse Kostenfrage: Strom vs. Sprit

Elektroautos versprechen niedrigere Betriebskosten -- aber stimmt das wirklich? Die Antwort haengt stark davon ab, wo und wie du laeadst. Die Bandbreite der Stromkosten reicht von 0,30 EUR/kWh (Heimladung mit guenstigem Tarif) bis 0,79 EUR/kWh (Schnelllader an der Autobahn). Das macht einen enormen Unterschied bei den Kilometerkosten.

Heimladung: Der groesste Vorteil des E-Autos

Wer zu Hause an einer Wallbox laedt, profitiert am meisten. Bei einem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 0,35 EUR/kWh und einem Verbrauch von 18 kWh/100km kostet jeder Kilometer nur 6,3 Cent. Zum Vergleich: Ein Benziner mit 7,5 L/100km und 1,75 EUR/L kommt auf 13,1 Cent/km -- mehr als doppelt so viel.

Auf das Jahr gerechnet (15.000 km): E-Auto Heimladung: 945 EUR. Benziner: 1.969 EUR. Ersparnis: 1.024 EUR pro Jahr.

Noch guenstiger mit Photovoltaik

Wer eine eigene Photovoltaikanlage hat, kann sein E-Auto teilweise mit Sonnenstrom laden. Die Grenzkosten liegen dann bei 8-12 Cent/kWh -- das senkt die Kilometerkosten auf unter 2 Cent. In der Praxis kann man etwa 30-50% des Ladebedarfs ueber die eigene PV-Anlage decken, den Rest ueber den regulaeren Stromtarif.

Oeffentliches Laden: Preise und Fallstricke

An oeffentlichen Ladestationen variieren die Preise stark. AC-Ladesaeulen (Wechselstrom, 11-22 kW) kosten typischerweise 0,45-0,55 EUR/kWh. DC-Schnelllader (50-350 kW) liegen bei 0,55-0,79 EUR/kWh. An Autobahnrasplaetzen (Ionity, EnBW) koennen die Kosten sogar 0,79 EUR/kWh erreichen.

Bei 18 kWh/100km und 0,65 EUR/kWh (typischer Schnellladpreis) kostet jeder Kilometer 11,7 Cent -- fast so viel wie ein sparsamer Benziner. Wer viel auf Langstrecke unterwegs ist und haeufig Schnelllader nutzt, verliert einen Grossteil des Kostenvorteils.

Ladekarten und Tarife vergleichen

Die Wahl des richtigen Ladetarifs kann hunderte Euro pro Jahr sparen. Einige Anbieter haben Grundgebuehren, dafuer niedrigere kWh-Preise. ADAC-Mitglieder erhalten Sonderkonditionen. Tesla-Supercharger sind oft guenstiger als andere Schnelllader. Empfehlung: Mindestens zwei Ladekarten fuer verschiedene Netzwerke nutzen.

Gesamtkostenvergleich: E-Auto vs. Verbrenner

Die reinen Energiekosten sind nur ein Teil der Gleichung. Hier eine realistische Jahresbetrachtung bei 15.000 km (Kompaktklasse):

E-Auto (60% Heimladung, 40% oeffentlich)

Strom Heimladung: 567 EUR (9.000 km x 18 kWh/100km x 0,35 EUR). Strom oeffentlich: 702 EUR (6.000 km x 18 kWh/100km x 0,65 EUR). Kfz-Steuer: 0 EUR (befreit bis 2030). Wartung: 300 EUR (weniger Verschleissteile). Versicherung: 500 EUR. Gesamt: 2.069 EUR/Jahr.

Benziner

Kraftstoff: 1.969 EUR. Kfz-Steuer: 108 EUR. Wartung: 500 EUR. Versicherung: 450 EUR. Gesamt: 3.027 EUR/Jahr.

Das E-Auto spart in diesem Szenario 958 EUR pro Jahr bei den Betriebskosten. Ueber 5 Jahre sind das fast 5.000 EUR -- allerdings muss der hoehere Anschaffungspreis gegengerechnet werden.

Zukunftsperspektive

Die Stromkosten sind langfristig stabiler als fossile Kraftstoffpreise. Der Ausbau erneuerbarer Energien drueckt die Boersenpreise, waehrend der CO2-Preis fossile Kraftstoffe weiter verteuert. Wer heute ein E-Auto kauft und zu Hause laden kann, wird langfristig deutlich guenstiger fahren als mit jedem Verbrenner.