Wer für sein Kind spart, steht vor einer Grundsatzfrage: Soll das Geld auf den Namen des Kindes laufen oder in einem Depot der Eltern bleiben, nur gedanklich für das Kind reserviert? Beide Wege haben klare Vor- und Nachteile.
Variante 1: Das Kinderdepot
Das Depot läuft auf den Namen des Kindes. Die Eltern verwalten es bis zum 18. Geburtstag.
Vorteile:
- Das Kind hat eigene Freibeträge. Kapitalerträge bis 13.384 € im Jahr bleiben meist steuerfrei.
- Das Geld ist klar vom Vermögen der Eltern getrennt.
- Großeltern und Paten können direkt einzahlen.
Nachteile:
- Das Geld gehört unwiderruflich dem Kind. Eltern dürfen es nicht für sich selbst verwenden, auch nicht in einer Notlage.
- Ab 18 entscheidet das Kind allein über das Geld.
- Das Vermögen kann beim BAföG und bei der Familienversicherung zählen.
Variante 2: Das Depot der Eltern
Die Eltern sparen im eigenen Depot und behalten das Geld für das Kind im Kopf.
Vorteile:
- Volle Kontrolle: Die Eltern entscheiden, wann und wofür das Geld ausgegeben wird, auch nach dem 18. Geburtstag.
- Flexibel in Notfällen.
- Das Vermögen zählt nicht beim BAföG des Kindes.
Nachteile:
- Steuern: Ist der eigene Sparer-Pauschbetrag der Eltern (1.000 €, bei Ehepaaren 2.000 €) schon ausgeschöpft, fallen 26,375 % Abgeltungsteuer plus eventuell Kirchensteuer an.
- Das Geld ist nicht vor dem Zugriff Dritter geschützt, zum Beispiel bei einer Scheidung oder Schulden der Eltern.
Was kostet die Steuer konkret?
Bei 100 € im Monat ab der Geburt, 6 % Rendite und 0,2 % Kosten wächst das Depot bis 18 auf rund 37.349 €. Im Kinderdepot fallen darauf 0 € Steuern an. Im Depot der Eltern ohne freien Pauschbetrag sind es rund 2.908 €.
Haben die Eltern ihren Pauschbetrag noch frei, schrumpft der Unterschied. Bei 50 € im Monat und 1.000 € freiem Pauschbetrag zahlen die Eltern zum Beispiel nur noch rund 697 € statt 1.454 €.
Die Mischlösung
Viele Familien kombinieren beide Wege: Ein Teil läuft im Kinderdepot, zum Beispiel für den Führerschein oder den Start ins Studium. Ein anderer Teil bleibt im Depot der Eltern als flexible Reserve. So nutzen Sie die Freibeträge des Kindes und behalten trotzdem Kontrolle.
Was passt zu Ihnen?
Das Kinderdepot passt, wenn Sie das Geld sicher dem Kind schenken wollen und keine Reserve für sich selbst brauchen. Das Depot der Eltern passt, wenn Sie flexibel bleiben wollen oder befürchten, dass Ihr Kind mit 18 noch nicht verantwortungsvoll mit einer großen Summe umgeht.
Im Kinderdepot-Rechner sehen Sie beide Varianten mit Ihren eigenen Zahlen nebeneinander. Stellen Sie dafür unten den freien Sparer-Pauschbetrag der Eltern ein.
