Warum das Gefälle in der Dusche so wichtig ist
Bodengleiche Duschen sind ein Design-Trend, der sich durchgesetzt hat. Kein Einstieg, keine Kante, ein nahtloser Übergang vom Badezimmerboden zur Dusche. Doch damit das funktioniert, muss das Wasser zuverlässig zum Ablauf fließen. Und das geht nur mit dem richtigen Gefälle.
Die DIN 18534 schreibt für bodengleiche Duschen ein Gefälle von 1,5 bis 2 % vor. Das bedeutet: Auf 1 Meter Strecke muss der Boden 1,5 bis 2 cm in Richtung Ablauf fallen. Bei einer Duschfläche von 1 × 1 m ergibt sich eine Höhendifferenz von nur 1,5 bis 2 cm.
Punktablauf vs. Rinnenablauf
Bei einem Punktablauf (klassischer runder Gullydeckel in der Mitte) muss das Gefälle von allen vier Seiten zum Mittelpunkt hin verlaufen. Das erfordert einen sogenannten Kreuzschnitt im Estrich: Vier dreieckige Flächen, die jeweils zum Ablauf hin geneigt sind.
Bei einem Rinnenablauf (Duschrinne an einer Wand) ist die Geometrie einfacher: Das Gefälle verläuft nur in eine Richtung, nämlich zur Rinne hin. Das ist einfacher zu verlegen und optisch eleganter, da großformatige Fliesen nicht so stark zugeschnitten werden müssen.
So berechnest du das Duschgefälle
Für eine Dusche mit Punktablauf in der Mitte: Die maximale Strecke vom Rand zum Ablauf beträgt bei einer 1 × 1 m Dusche ca. 0,7 m (Diagonale / 2). Bei 2 % Gefälle: 0,7 m × 2 = 1,4 cm Höhendifferenz. Der Rand der Dusche liegt also nur 1,4 cm höher als der Ablauf.
Für eine Dusche mit Rinnenablauf an der Wand: Bei einer 1 m breiten Dusche mit der Rinne an einer Seite: 1 m × 2 = 2 cm Höhendifferenz. Die gegenüberliegende Wand liegt 2 cm höher als die Rinne.
Bei größeren Duschen (z.B. 1,50 × 1,50 m) mit Rinnenablauf: 1,50 m × 2 = 3 cm. Das ist immer noch problemlos mit Standard-Fliesenklebern und Ausgleichsmassen herzustellen.
Abdichtung ist Pflicht
Unabhängig vom Gefälle muss der gesamte Duschbereich normgerecht abgedichtet werden. Die DIN 18534 unterscheidet Wassereinwirkungsklassen (W0-I bis W3-I). Eine bodengleiche Dusche fällt in der Regel unter W2-I oder W3-I, was eine vollständige Flächenabdichtung unter den Fliesen erfordert.
Die Abdichtung muss den Boden und die Wände bis mindestens 30 cm über dem Brausekopf abdecken. Anschlüsse an Armaturen, Rohrdurchführungen und Wandanschlüsse sind Schwachstellen, die besonders sorgfältig abgedichtet werden müssen.
Größe der Fliesen beachten
Bei Punktabläufen müssen die Fliesen zum Ablauf hin zugeschnitten werden. Je größer die Fliese, desto auffälliger die Schnitte. Empfehlung: Für Punktabläufe Mosaikfliesen oder Fliesen bis maximal 15 × 15 cm verwenden. Für Rinnenabläufe können auch großformatige Fliesen (60 × 60 cm) verwendet werden, da das Gefälle nur in eine Richtung verläuft.
Häufige Fehler beim Duschgefälle
Fehler 1: Das Gefälle wird vergessen. Der Estrich wird eben eingebaut, und der Fliesenleger soll das Gefälle im Dünnbett ausgleichen. Das funktioniert nicht zuverlässig und führt zu ungleichmäßiger Kleberschichtdicke.
Fehler 2: Das Gefälle ist zu stark. Bei mehr als 2 % wird das Stehen in der Dusche unbequem, besonders für ältere Menschen. Außerdem fließt das Wasser zu schnell und kann über den Rand der Duschrinne spritzen.
Fehler 3: Das Gefälle stimmt am Messpunkt, aber nicht überall. Lokale Senken oder Erhöhungen führen dazu, dass sich Wasser in Ecken sammelt und nicht zum Ablauf fließt. Lösung: Das Gefälle an mindestens 4 Stellen mit einer kurzen Wasserwaage prüfen.
