R

Duschgefälle: Norm und Umsetzung für bodengleiche Duschen

Redaktion
8 Min. Lesezeit
2026-03-02
Duschgefälle: Norm und Umsetzung für bodengleiche Duschen

Warum das Gefaelle in der Dusche so wichtig ist

Bodengleiche Duschen sind ein Design-Trend, der sich durchgesetzt hat. Kein Einstieg, keine Kante, ein nahtloser Uebergang vom Badezimmerboden zur Dusche. Doch damit das funktioniert, muss das Wasser zuverlaessig zum Ablauf fliessen. Und das geht nur mit dem richtigen Gefaelle.

Die DIN 18534 schreibt fuer bodengleiche Duschen ein Gefaelle von 1,5 bis 2 % vor. Das bedeutet: Auf 1 Meter Strecke muss der Boden 1,5 bis 2 cm in Richtung Ablauf fallen. Bei einer Duschflaeche von 1 x 1 m ergibt sich eine Hoehendifferenz von nur 1,5 bis 2 cm.

Punktablauf vs. Rinnenablauf

Bei einem Punktablauf (klassischer runder Gullydeckel in der Mitte) muss das Gefaelle von allen vier Seiten zum Mittelpunkt hin verlaufen. Das erfordert einen sogenannten Kreuzschnitt im Estrich: Vier dreieckige Flaechen, die jeweils zum Ablauf hin geneigt sind.

Bei einem Rinnenablauf (Duschrinne an einer Wand) ist die Geometrie einfacher: Das Gefaelle verlaeuft nur in eine Richtung, naemlich zur Rinne hin. Das ist einfacher zu verlegen und optisch eleganter, da groessformatige Fliesen nicht so stark zugeschnitten werden muessen.

So berechnest du das Duschgefaelle

Fuer eine Dusche mit Punktablauf in der Mitte: Die maximale Strecke vom Rand zum Ablauf betraegt bei einer 1 x 1 m Dusche ca. 0,7 m (Diagonale / 2). Bei 2 % Gefaelle: 0,7 m x 2 = 1,4 cm Hoehendifferenz. Der Rand der Dusche liegt also nur 1,4 cm hoeher als der Ablauf.

Fuer eine Dusche mit Rinnenablauf an der Wand: Bei einer 1 m breiten Dusche mit der Rinne an einer Seite: 1 m x 2 = 2 cm Hoehendifferenz. Die gegenueberliegende Wand liegt 2 cm hoeher als die Rinne.

Bei groesseren Duschen (z.B. 1,50 x 1,50 m) mit Rinnenablauf: 1,50 m x 2 = 3 cm. Das ist immer noch problemlos mit Standard-Fliesenklebern und Ausgleichsmassen herzustellen.

Abdichtung ist Pflicht

Unabhaengig vom Gefaelle muss der gesamte Duschbereich normgerecht abgedichtet werden. Die DIN 18534 unterscheidet Wassereinwirkungsklassen (W0-I bis W3-I). Eine bodengleiche Dusche faellt in der Regel unter W2-I oder W3-I, was eine vollstaendige Flaechenabdichtung unter den Fliesen erfordert.

Die Abdichtung muss den Boden und die Waende bis mindestens 30 cm ueber dem Brausekopf abdecken. Anschluesse an Armaturen, Rohrdurchfuehrungen und Wandanschluesse sind Schwachstellen, die besonders sorgfaeltig abgedichtet werden muessen.

Groesse der Fliesen beachten

Bei Punktablaeufen muessen die Fliesen zum Ablauf hin zugeschnitten werden. Je groesser die Fliese, desto auffaelliger die Schnitte. Empfehlung: Fuer Punktablaeufe Mosaikfliesen oder Fliesen bis maximal 15 x 15 cm verwenden. Fuer Rinnenablaeufe koennen auch grossformatige Fliesen (60 x 60 cm) verwendet werden, da das Gefaelle nur in eine Richtung verlaeuft.

Haeufige Fehler beim Duschgefaelle

Fehler 1: Das Gefaelle wird vergessen. Der Estrich wird eben eingebaut, und der Fliesenleger soll das Gefaelle im Duennbett ausgleichen. Das funktioniert nicht zuverlaessig und fuehrt zu ungleichmaessiger Kleberschichtdicke.

Fehler 2: Das Gefaelle ist zu stark. Bei mehr als 2 % wird das Stehen in der Dusche unbequem, besonders fuer aeltere Menschen. Ausserdem fliesst das Wasser zu schnell und kann ueber den Rand der Duschrinne spritzen.

Fehler 3: Das Gefaelle stimmt am Messpunkt, aber nicht ueberall. Lokale Senken oder Erhoehungen fuehren dazu, dass sich Wasser in Ecken sammelt und nicht zum Ablauf fliesst. Loesung: Das Gefaelle an mindestens 4 Stellen mit einer kurzen Wasserwaage pruefen.