Geburtstermin überschritten: Was bei einer Übertragung passiert
Der errechnete Termin ist da — und das Baby lässt weiter auf sich warten. Für viele Schwangere ist das eine Geduldsprobe, oft begleitet von Nachfragen aus dem Umfeld und wachsender Ungeduld. Doch ein überschrittener Termin ist in aller Regel kein Grund zur Sorge, sondern der Normalfall.
Wie viele Tage du bereits über dem Termin liegst, zeigt dir der <a href="/geburtstermin-rechner">Geburtsterminrechner</a> in seinem Countdown an — er zählt auch über den errechneten Termin hinaus weiter.
Warum der Termin so oft überschritten wird
Nur etwa 4 % der Kinder kommen genau am errechneten Termin zur Welt. Die allermeisten Geburten verteilen sich auf die Wochen davor und danach, und es ist völlig normal, den Termin zu überschreiten. Ein Grund liegt in der Berechnung selbst: Die Naegele-Regel geht von einem 28-Tage-Zyklus mit Eisprung am 14. Tag aus. Wer einen längeren Zyklus oder einen späteren Eisprung hatte, dessen rechnerischer Termin liegt tendenziell etwas zu früh — das Baby ist dann schlicht noch nicht so weit, wie die Rechnung vermuten lässt.
Deshalb ist die ärztliche Ultraschall-Datierung so wichtig: Sie bestimmt das Alter des Kindes in den ersten Wochen sehr genau und korrigiert einen unpassenden rechnerischen Termin. Maßgeblich ist immer die ärztlich festgelegte Datierung, nicht die reine Naegele-Schätzung.
Ab wann spricht man von einer Übertragung?
Zwischen der vollendeten 37. und dem Ende der 41. Woche gilt eine Geburt als termingerecht. Von einer echten Übertragung sprechen Fachleute erst ab der vollendeten 42. Woche (ab 42+0) — also rund zwei Wochen nach dem errechneten Termin. Die Tage zwischen Termin und 42. Woche sind medizinisch unauffällig; die meisten Babys kommen in dieser Spanne von selbst.
Wie die ärztliche Überwachung abläuft
Damit es Mutter und Kind auch bei überschrittenem Termin gut geht, wird die Betreuung engmaschiger. Meist ab dem errechneten Termin, spätestens aber einige Tage danach, finden regelmäßige Kontrollen statt: Mit dem CTG werden die Herztöne des Kindes und mögliche Wehen aufgezeichnet, per Ultraschall werden die Fruchtwassermenge und das Wohlbefinden des Babys überprüft. Solange diese Untersuchungen unauffällig sind, spricht meist nichts gegen ein weiteres Abwarten.
Nähert sich die Schwangerschaft der 42. Woche, besprechen Ärztin oder Arzt mit dir, ob eine Geburtseinleitung sinnvoll ist. Ab wann und wie eingeleitet wird, ist eine individuelle Entscheidung, die von deiner Situation, dem Befinden des Kindes und deinen Wünschen abhängt.
Ruhe bewahren — und Fragen stellen
Ein überschrittener Termin ist meist ein Zeichen von Geduld, nicht von Gefahr. Die regelmäßigen Kontrollen sorgen dafür, dass ein möglicher Handlungsbedarf rechtzeitig erkannt wird. Achte in dieser Zeit besonders auf die Kindsbewegungen und melde dich bei nachlassender Aktivität, ausbleibenden Bewegungen oder anderen Auffälligkeiten sofort bei deiner Frauenärztin, deinem Frauenarzt oder der Geburtsklinik.
Alle Angaben im <a href="/geburtstermin-rechner">Geburtsterminrechner</a> und in diesem Ratgeber sind eine unverbindliche Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose. Wenn dein Termin näher rückt oder bereits überschritten ist, ist deine Hebamme oder deine Frauenärztin die richtige Ansprechpartnerin für alle Fragen.
