Zinseszins: das eigentliche Geschenk der langen Zeit
Hinweis: Die Frühstart-Rente, auf die sich dieser Artikel bezieht, ist bislang nur geplant (Eckpunkte 17.12.2025). Die folgenden Rechenbeispiele sind Modellrechnungen.
Beim Vermögensaufbau für Kinder wird oft über die Höhe der Sparrate diskutiert. Dabei ist ein anderer Faktor viel entscheidender: die Zeit. Genau hier liegt die Stärke der geplanten Frühstart-Rente. Ein Kind, das mit sechs Jahren startet, hat bis zum Renteneintritt rund sechs Jahrzehnte Anlagezeit – ein Zeithorizont, den kaum ein Erwachsener beim eigenen Sparen noch erreicht.
Wie sich diese lange Zeit auf den Endbetrag auswirkt, lässt sich am besten selbst ausprobieren. Im Frühstart-Rente-Rechner können Sie das Geburtsjahr verschieben und beobachten, wie stark jedes zusätzliche Jahr Anlagezeit das Ergebnis verändert.
Was Zinseszins bedeutet
Zinseszins heißt: Erträge werden nicht ausgezahlt, sondern bleiben im Depot und erwirtschaften selbst wieder Erträge. Im ersten Jahr wächst nur die Einzahlung. Im zweiten Jahr wächst die Einzahlung plus der Ertrag des Vorjahres. Mit jedem Jahr wird die Basis größer, auf die die Rendite wirkt – das Wachstum beschleunigt sich.
Bei kurzen Zeiträumen ist der Effekt kaum spürbar. Bei sechs Jahrzehnten dagegen dominiert er das Ergebnis vollständig: Der weitaus größte Teil des Endwerts besteht dann nicht aus den Einzahlungen, sondern aus dem aufgelaufenen Wertzuwachs.
Warum die frühen Jahre am wertvollsten sind
Ein Euro, der mit sechs Jahren angelegt wird, hat länger Zeit zu wachsen als ein Euro, der mit 30 angelegt wird. Deshalb sind die ersten eingezahlten Beträge die wertvollsten – sie durchlaufen die meisten Zinseszins-Runden.
Das erklärt, warum die vergleichsweise kleinen staatlichen Einzahlungen im Alter von 6 bis 18 Jahren einen so großen Beitrag leisten können: Sie liegen ganz am Anfang der langen Anlagezeit und profitieren maximal vom Zinseszins. Eine Einzahlung, die erst mit 40 erfolgt, müsste deutlich höher sein, um denselben Endwert zu erreichen.
Ein anschauliches Gedankenexperiment
Stellen Sie sich zwei Kinder vor. Beim ersten wird ab dem sechsten Lebensjahr eingezahlt, beim zweiten erst ab dem 18. Beide legen anschließend gleich viel an. Trotz nur zwölf Jahren Vorsprung liegt das erste Kind am Ende deutlich vorn – allein wegen der zusätzlichen Zinseszins-Jahre am Anfang. Genau diesen Vorsprung schenkt die Frühstart-Rente durch ihren frühen Start.
Wie groß der Unterschied in Ihrem Fall ist, zeigt Ihnen der Rechner: Vergleichen Sie ein Szenario mit früher Förderung und einem späteren, rein privaten Sparbeginn.
Realistisch bleiben
Der Zinseszins ist mächtig, aber kein Selbstläufer. Die Rechnungen unterstellen eine konstante Rendite; in der Realität schwanken Kapitalmärkte und können auch Verluste bringen. Über sehr lange Zeiträume haben breit gestreute Anlagen historisch dennoch ordentliche Durchschnittsrenditen erzielt. Entscheidend ist, den langen Atem durchzuhalten – und genau dafür ist die feste Bindung bis zur Rente bei der Frühstart-Rente Fluch und Segen zugleich.
